DEL

Superstar kehrt in Berlin zurück zu seinen Wurzeln

Dany Heatley legte in der NHL eine große Karriere hin. Jetzt spielt der Deutsch-Kanadier in Nürnberg und ist am Freitag zu Gast bei den Eisbären

Der neue Star der DEL: Nürnbergs Dany Heatley

Der neue Star der DEL: Nürnbergs Dany Heatley

Foto: SZI/CITYPRESS24 / picture alliance / CITYPRESS 24

Berlin.  Nürnberg ist im Moment der Klub in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nicht sportlich, immerhin sind die Ice Tigers mit Platz vier da auch sehr gut dabei. Doch medial genießen die Franken gerade eine Aufmerksamkeit, die sie vom Rest abhebt, die selbst bei den Finalteilnahmen 1999 und 2007 nicht größer war. Der Grund dafür sorgte jüngst auch bei einer Trikotversteigerung des Klubs für große Unterschiede. Für fast 1900 Euro ging das Jersey mit der Nummer 15 weg – und damit für fast 900 Euro mehr als das zweitbegehrteste.

Über ein Jahrzehnt in der National Hockey League (NHL), das sogar mit überragenden Zahlen, kann eben nur selten ein Spieler hierzulande vorweisen. „Dany Heatley ist eine der größten Verpflichtungen in der Geschichte der DEL“, sagt Ice-Tigers-Sportdirektor Martin Jiranek. Noch dazu braucht der Kanadier, der Mitte September kam, nicht einmal eine Ausländerlizenz, er hat auch einen deutschen Pass. Am Freitag spielt Heatley mit den Ice Tigers erstmals in Berlin bei den Eisbären (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena).

Seine Mutter kommt aus der Hauptstadt

Zum ersten Mal in Berlin ist der neue Superstar der Liga nicht. Seine Mutter stammt aus der Hauptstadt, Oma, Onkel und Cousinen leben hier. Sein jüngerer Bruder Mark spielt für den SC Riessersee in der zweiten Liga. „Wir telefonieren regelmäßig und treffen uns auch alle paar Wochen, wenn wir beide frei haben“, erzählt Heatley, 34, der einst in Freiburg geboren wurde, als sein Vater dort Eishockey spielte.

Ein bisschen mehr die zweite Heimat zu erkunden, das hatte der Angreifer immer im Hinterkopf. Obwohl es für jemanden wie ihn, der zweimal Weltmeister war, den Olympiasieg 2010 feierte, der 2007 im Stanley-Cup-Finale stand mit Ottawa, der 388 Tore erzielte in der NHL und 466 Vorlagen gab, noch viel zu früh erscheint, in der DEL anzuheuern. Doch in Anaheim kam er zuletzt nicht voran, danach blieben die Angebote aus. „Ich hatte einfach einige Verletzungen und am Ende auch keine Chance mehr bekommen. So ist aber der Sport, damit muss man leben“, sagt Heatley, der etwa 65 Millionen Dollar in der NHL verdient hat und auch deutsch sprechen kann.

Krupp kennt den Stürmer persönlich

Nürnberg ist jetzt kein Zufall, er kennt dort einige Spieler, über Steven Reinprecht erfolgte der Kontakt zum Klub. Ihm und seiner Frau gefällt es dort: „Wir haben uns wunderbar eingelebt.“ Auch die Liga macht ihm Spaß, in der er den Ice Tigers einiges an Hoffnung vermittelt. Der Klub trägt sich mit großen Ambitionen, will endlich einmal Meister werden. Die mit Abstand größte NHL-Erfahrung aller DEL-Teams vereinen die Franken nicht nur durch Heatley in ihren Reihen. Doch was das nutzt, lässt sich schwer vorhersagen. „Die Liga ist so eng, dass schon alles passen muss, um ganz oben zu landen“, sagt Heatley, der in bislang zwölf Einsätzen für die Franken fünf Tore erzielte.

Für die Partie in Berlin wünscht sich EHC-Trainer Uwe Krupp, dass der Stürmer „nicht seinen besten Tag hat“. Krupp kennt Heatley persönlich, spielte 2002/03 mit ihm zusammen in Atlanta. „Er ist ein Supertyp und der größte Name in unserer Liga.“