Die Wette in Augsburg

Volles Haus gegen die Eisbären?

Die Berliner spielen bei den Panthern und sind Teil einer ungewöhnlichen Wette. Erstmals in dieser Saison soll das Stadion ausverkauft sein.

Auf den Stehplatzrängen ist bei den Eisbären immer was los. Im Oberrang dagegen sind oft Lücken zu sehen

Auf den Stehplatzrängen ist bei den Eisbären immer was los. Im Oberrang dagegen sind oft Lücken zu sehen

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Wer mal in Wolfsburg gespielt hat, der weiß, dass große Erwartungen an Zuschauerzahlen sich dort nicht lohnen. Bei Alexander Polaczek hinterließ die Zeit bei den Grizzlys so viel Pessimismus, dass er auch bei seinem neuen Arbeitgeber, den Augsburger Panthern, nicht daran glaubt, dass die Halle voll wird. Deshalb ließ er sich auf eine Wette mit dem Kollegen Steffen Tölzer ein, der unter dem Titel „Volles Haus gegen Berlin“ darauf setzt, dass das Curt-Frenzel-Stadion am Sonntag gegen den EHC Eisbären erstmals in dieser Saison mit 6139 Besuchern ausverkauft sein wird (17.45 Uhr, ServusTV). Es sieht wohl gut aus für Tölzer, es gibt nur noch wenige Karten für das Spiel.

Vielleicht eine Idee für die Berliner. Die hatten am Freitag nach der Länderspielpause gegen Düsseldorf (2:1) zwar 12.628 Zuschauer, bis zur Kapazitätsgrenze von 14.200 war aber Luft – so wie bei den sieben Heimspielen zuvor. Dennoch belegt der EHC in der DEL den ersten Platz im Zuschauerranking mit durchschnittlich 12.236 Besuchern.

Schwund durch schlechte Leistungen

Auch in den vergangenen beiden Jahren bildeten die Eisbären in der Hauptrunde das Maß der Dinge bei den Zuschauern. Allerdings auf niedrigerem Niveau als in den Vorjahren. Die Auswirkungen der beiden zurückliegenden Spielzeiten, in denen die Berliner jeweils das Viertelfinale verpassten, sind auf den Rängen also greifbar.

Nervös macht das den Klub allerdings nicht. „Wir sind zufrieden, alles läuft gut“, sagt Manager Peter John Lee. Früher wurden mehr Ticketpakete zu niedrigeren Preisen verkauft, nun dominiert der Einzelverkauf, so dass die Einnahmen für die Eisbären stimmen.

Hoffnung auf den Trend

Letztlich zeigt sich aber, dass ein paar gute Spiele kaum genügen, um das Publikum zu locken. Von den acht Heimpartien bisher wurden sieben gewonnen, dennoch blieb die 14.200 als Ziel ein Stück entfernt. „Wenn wir weiter gut spielen, dann sind wir in einer guten Position und haben die Halle sicher bald voll“, so Lee. Vergangene Saison dauerte es bei oft schwachen Leistungen bis Weihnachten.

Auf dem Berliner Markt sind die Eisbären dennoch klar die Nummer drei bei den Zuschauerzahlen hinter den Fußballklubs Hertha und Union. Trotzdem findet Lee die Idee aus Augsburg interessant. „Ich bin immer neugierig, was andere machen“, sagt er. Neugierig dürfte auch Alexander Polaczek sein, was er denn tun muss, wenn er die Wette verliert. Dazu konnten die Panther-Fans ihre Vorschläge einreichen.