Eishockey-Liga

Zu Hause sind die Eisbären eine Macht

Die Berliner gewinnen auch ihr sechstes Heimspiel der DEL-Saison und setzen sich mit 3:2 gegen die Grizzlys aus Wolfsburg durch

Spencer Machacek erzielt das 1:0 für die Eisbären

Spencer Machacek erzielt das 1:0 für die Eisbären

Foto: imago sportfotodienst / imago/Mario Stiehl

Berlin.  Pink ist an sich keine Farbe für Männersport. Doch im Oktober ändert sich das inzwischen regelmäßig. „Wir freuen uns jedes Jahr auf diese beiden Spiele. Das ist für uns ein Highlight“, sagte Constantin Braun. Der Verteidiger des EHC Eisbären trug am Sonntag und auch schon am Freitag genau wie sein Team fast alles in rosa während der beiden Spieltage in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Seit fünf Jahren tun die Berliner das jetzt schon, um den Kampf gegen den Brustkrebs zu unterstützen.

Die sportliche Bilanz in den ungewohnten Trikots fiel unentschieden aus, der Niederlage beim Meister in Mannheim (1:2) folgte ein Sieg gegen Wolfsburg mit 3:2 (1:0, 1:1, 1:1). Damit blieben die Berliner auch im sechsten Heimspiel der Saison siegreich und sicherten ihren dritten Tabellenplatz.

13.116 Zuschauer sehen einen Arbeitssieg der Berliner

Einfach war es nicht für die Eisbären. „Das Spiel fiel in die Kategorie Arbeitssieg, wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert“, sagte Trainer Uwe Krupp. Verteidiger Henry Haase drückte es anders aus, meinte aber das gleiche: „Es war vielleicht kein schönes Spiel, aber wir haben Wege gefunden, um es zu gewinnen.“ Und das zählt am Ende.

Im Sommer hatten sich die Wolfsburger umbenannt. Des Images wegen. Das war ja nicht sonderlich gut, kaum Fans, ein bisschen gesichtslos als Klub und mit einem Namen, der einer Fernsehserie entstammt. So kamen die Grizzly Adams daher. Dass sie dafür aber recht erfolgreich waren, interessierte nur am Rande. Jetzt heißen sie Grizzlys, das klingt kämpferischer. Das Logo des Klubs ist martialischer, es sieht gefährlich aus. Mit der Wirkung auf andere ist es auf beiden Ebenen aber nicht weit her. Sportlich jedenfalls läuft es trotz des bissigeren Auftritts in Wolfsburg schlecht wie lange nicht.

Gegen die Eisbären ließ sich gut ablesen, warum das so ist. Der Stil der Gäste bereitete den Berlinern durchaus Probleme. „Wolfsburg ist sehr aggressiv, wir mussten uns viel unterstützen“, sagte Braun. Oft standen die Niedersachsen mit zwei Angreifern den Eisbären schon nah am eigenen Tor im Spielaufbau gegenüber. Mit ihrem drangvollen Spiel sorgten die Grizzlys in der Mercedes-Benz Arena vor 13.116 Zuschauern für ungewohnte Verhältnisse. „Sie haben es uns schwer gemacht“, erzählte EHC-Stürmer Sven Ziegler. Die Gäste waren in der Offensive das ansprechendere Team, kamen öfter vor das Tor als die Gastgeber.

Ziegler erzielt sein erstes Saisontor

Die zeigten sich ob des Wolfsburger Engagements zurückhaltend, was daheim eigentlich nicht ihre Art ist. Dieses Abwarten konnte allerdings auch als Geduld interpretiert werden. Die Mannschaft von Krupp beschränkte sich auf wenige Angriffe, trug diese aber stets so vor, dass es brenzlig wurde für die Gäste. Spencer Machacek traf sogar zum 1:0 (6.). In dieser Konsequenz lag der Unterschied zwischen den Kontrahenten. Wolfsburg bewegte sich zwar gut und viel nach vorn, brachte dort den Berliner Torhüter Petri Vehanen aber kaum in Bedrängnis. Vor dem Tor agierte das Team von Pavel Gross ziemlich harmlos. Das erklärt den Platz im unteren Tabellendrittel. „Die Eisbären waren vor dem Tor effektiver“, gestand Gross.

In der Situation der Wolfsburger, „die nicht gerade rosig ist“, wie deren Trainer einräumte, passierten nun mal Fehler. Die nutzten die Berliner, die in den ersten 40 Minuten selbst nicht immer auf der Höhe waren. Durch den Ausfall von Verteidiger Frank Hördler mit Knieproblemen änderte sich das gesamte Gefüge. Im Angriff war die vierte Sturmreihe nicht vollzählig, weil Jonas Müller zurück in die Abwehr rutschte. In den Offensivreihen wurde daher durch alle Reihen rotiert, ständig standen die Spieler mit anderen Partnern auf dem Eis. „Das ist nicht gerade ideal, das kostet Kraft. Aber jetzt hat es uns geholfen“, so Krupp, dem mit Florian Busch (Muskelfaserriss) und Mark Bell (Sprunggelenk) zwei Stürmer fehlen. Mit Ziegler, der sein erstes Saisontor verbuchte, traf dafür ein Talent zum 2:0 (27.), Darin Olver (49.) sicherte den Sieg nach dem Anschluss durch den Ex-Berliner Tyson Mulock (39.). Daniel Widing verkürzte in Überzahl noch einmal (56.). „Eine gute kämpferische Leistung“ sah Ziegler am Ende eines farbenfrohen Tages.