EHC Eisbären

Kleiner Klub, kleiner Rekord

Rekordmeister Eisbären emfpängt den unerwarteten Tabellenführer Straubing Tigers. Noch nie gewannen die Niederbayern drei Spiele zum Saisonstart

Trainer Uwe Krupp (r.) ist mit dem Start der Eisbären zufrieden

Trainer Uwe Krupp (r.) ist mit dem Start der Eisbären zufrieden

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Startrekord ist ein großes Wort. Damit verbindet man lange Serien. Die Straubing Tigers freuen sich gerade über so einen Startrekord. Mit ihren drei Drei-Punktesiegen fällt der im Ganzen betrachtet zwar bescheiden aus. Für den kleinsten Standort der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist das dennoch eine Riesensache. Die kleine Serie brachte den kleinen Klub, der noch nie so gut aus den Startlöchern kam, erstmals überhaupt an die Spitze der Liga.

Zu diesem Zeitpunkt der Saison ließe sich das alles einfach weglächeln. Ein Muster ohne Wert. Hauptsächlich nett für einen Verein, der die Tabelle sonst nur von der anderen Seite aus kennt. Seit 2006 spielt Straubing in der DEL, in neun Jahren hielten sich die Niederbayern sieben Mal zwischen Rang zwölf und 14, also dem letzten Platz, auf. „Es ist für jeden Fan sicherlich schön, dass wir da oben sind. Sie sollen das auch genießen“, sagt Trainer Larry Mitchell.

Drei Siege gegen gute Teams

Einfach abtun möchte Kollege Uwe Krupp das trotzdem nicht. Die von ihm betreuten Eisbären empfangen Straubing am Sonntag in Berlin (14.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena). „Die Tabelle wird ja nicht ausgelost, das muss man respektieren. Die Punkte haben sie auch nicht geschenkt bekommen“, sagt Krupp. Mit Iserlohn (2:1), Krefeld (8:3) und Titelfavorit München (5:2) wurden bisher drei Teams geschlagen, die vergangene Saison im Play-off standen. „Die machen viel richtig im Moment“, sagt Krupp über den Gegner.

Auf seine Mannschaft trifft das weitgehend auch zu. Das 3:2 am Freitag in Wolfsburg war ein guter Gradmesser für die Qualität der Berliner. „Wolfsburg ist eine Mannschaft, die vom Tempo her immer das schnellste Eishockey spielt. Da konnten wir gut mithalten“, so der 50-Jährige. Seine Mannschaft spielte verantwortungsvoll in der Defensive. „Das war eine gute Teamleistung. Wir haben die richtigen Dinge getan, und unsere Special Teams haben sich zur richtigen Zeit durchgesetzt“, sagt Darin Olver, der zwei Tore erzielte und das dritte vorbereitete.

Eisbären erwarten Straubing als Dritter

In der engen Partie gelang es dem Tabellendritten, in den entscheidenden Momenten hellwach zu sein. Das war vergangene Saison selten so, da wäre so ein Spiel auch leicht verloren gegangen. Eine Ursache für den Wandel sieht Krupp darin: „Wir sind ein bisschen anders aufgestellt, haben etwas mehr Tiefe im Kader. Und mit der Verletztensituation kann man auch nicht klagen.“ Zwei Jahre litt sein Team zuletzt unter einer Verletztenmisere.

Für den Angriff auf den Tabellenführer scheinen die Berliner also gut aufgestellt. „Wir müssen fokussiert sein und sehr entschlossen. Ich stelle mich auf ein Spiel ein, in dem wir uns warm anziehen müssen“, sagt Krupp. Denn schließlich werden die euphorisierten Straubinger alles dafür tun, ihren kleinen Rekord zu vergrößern.