Es beginnt gerade erst, doch die Ausmaße sind jetzt schon historisch. Noch nie seit ihrem Einstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) waren die Iserlohn Roosters zweimal in Folge mit von der Partie, wenn das Viertelfinale startete. Wenn die vier „Best of seven“-Serien am Mittwoch beginnen, ändert sich das. „Für uns ist das eine große Sache, für das ganze Sauerland“, sagt Trainer Jari Pasanen, der sich damit rund um den Seilersee quasi schon unsterblich gemacht hat.
Im Duell der offensivstärksten Mannschaften der Hauptrunde treffen die Roosters als Sechster der Tabelle auf den Dritten aus Ingolstadt und damit auf den Titelverteidiger. Dass sich die Oberbayern so souverän qualifizieren würden, trauten ihnen zu Saisonbeginn nur wenige zu. Doch der neue Trainer Larry Huras formte mit seiner großen Erfahrung eine Mannschaft, die sich nach anfänglichen Problemen immer besser entwickelte. „Der Pokal bleibt hier“, lautet nun die Botschaft der Ingolstädter, die sie über ihre Homepage verbreiten.
Doch viel Raum für Überraschungen bietet dieses Play-off auf den ersten Blick kaum. Absolut souverän sicherte sich Mannheim den ersten Platz nach der Hauptrunde. Aus den misslungenen Versuchen, den ersten Titel seit 2007 zu holen, zogen die Kurpfälzer die richtigen Schlüsse. Zunächst empfangen sie die Nürnberg Ice Tigers, die am Sonntag im Pre-Play-off den EHC Eisbären mit 2:1 Siegen ausschalteten und sich sehr erleichtert zeigten. „Seit acht Jahren haben wir wieder eine Play-off-Serie gewonnen“, erzählt Trainer Martin Jiranek. Eine weitere wird für den Hauptrunden-Achten aber kaum dazu kommen in dieser Saison.
München als großer Kontrahent
Auch zwischen Red Bull München als Zweitem der Hauptrunde und den Grizzly Adams Wolfsburg, die sich als Siebter im Pre-Play-off gegen Krefeld durchsetzten, sieht es nach klaren Verhältnissen aus. Die Münchner mit dem ehemaligen Berliner Erfolgstrainer Don Jackson, der mit den Eisbären fünf Meisterschaften gewann, scheinen der einzige echte Herausforderer zu sein für die Adler Mannheim. „Es ist eine gute Saison, die noch großartig werden kann“, sagt der US-Amerikaner Jackson, der auch schon die Düsseldorfer EG ins Finale führte. Das war 2006.
In den vergangenen Jahren konnten die Düsseldorfer nur von diesen Zeiten träumen, wurden zweimal hintereinander Tabellenletzter. Durch neue Geldgeber haben die Rheinländer sich aber besser aufstellen können, ihnen gelang mit Platz fünf nach der Hauptrunde ein stark verbessertes Abschneiden. Im Duell mit dem lange enorm verletzungsgeplagten Hauptrunden-Vierten Hamburg scheint sogar noch mehr drin zu sein.





