Eishockey

Krupp will mit den Eisbären besser abschneiden als Tomlinson

Neues Spiel, neues Glück: Im Pre-Play-off geht für die Eisbären die Saison von vorn los, aber unter erschwerten Bedingungen. Sie müssen an diesem Mittwoch zunächst in Nürnberg antreten.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Man merkt gleich, dass etwas anders ist. Eigentlich kann Uwe Krupp sehr unterhaltend sein und ziemlich ausführlich beschreiben, was sich so tut im Eishockey. Doch nun verfällt er schnell in Allgemeinplätze, wird einsilbig. Schweigen wäre ihm sogar am liebsten. Wenn das Play-off beginnt, dann bringen Worte nach außen nicht mehr viel, glaubt er. Oder zumindest bringen sie nichts Gutes. Als er vergangene Saison noch Trainer in Köln war, sagte er einmal, dass derjenige Meister werde, der am wenigsten quatscht.

Serie dauert maximal drei Spiele

Nun, trotz verbalen Enthaltsamkeitsgelübdes verpasste er den Titel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) als Finalist zweimal knapp. Mit dem EHC Eisbären sieht es jetzt nicht gerade danach aus, als würden die Berliner ganz große Ambitionen hegen dürfen. Selbst wenn Krupp tatsächlich gar nichts mehr sagte. Immerhin im Pre-Play-off aber haben auch die Eisbären keine ganz schlechten Karten gegen die Nürnberg Ice Tigers, bei denen am Mittwoch die kurze Serie über maximal drei Spiele anfängt (19.30 Uhr, ServusTV).

An sich deutet viel darauf hin, dass es für die Berliner schwierig wird. „Es sind zwei ausgeglichene Mannschaften, die aufeinandertreffen“, sagt Krupp. Doch seiner fehlt das erste Heimrecht, und auswärts waren die Berliner in der Hauptrunde zuletzt schwach, verloren zehn von zwölf Spielen. Aber das sind Dinge von gestern. „Was hinter uns liegt, ist vorbei“, sagt Kapitän André Rankel, „wir können damit nicht zufrieden sein, aber jetzt fängt es wieder von vorn an. Darauf freuen wir uns.“ Neues Spiel, neues Glück – so ist das in der K.o.-Runde. Vergangene Saison hat sich das Heimrecht ohnehin nicht sehr deutlich ausgewirkt.

Keine guten Erfahrungen mit dem Pre-Play-off in Berlin

Mit der kurzen K.o.-Variante des Pre-Play-off haben die Eisbären bislang keine gute Erfahrung gemacht, zweimal scheiterten sie in jeweils drei Spielen. Zuletzt vergangene Saison gegen Ingolstadt, die als späterer Meister aber auch zeigten, was möglich ist. „Jeder Fehler, den du machst, jedes unglückliche Tor, kann dich das Spiel kosten und im Endeffekt die Serie. Von daher ist das jetzt weitaus schwieriger zu spielen als eine „Best of seven“-Serie“, sagt Rankel. Krupp aber könnte im dritten Anlauf des EHC den Weg durch das Pre-Play-off weisen, mit den Kölner Haien fand er ihn zumindest 2012.

Die Frage wird bei den Berlinern nun lauten, ob Krupp es gelingt, die vergangenen Monate wirklich irgendwie vergessen zu machen. Letztlich wissen die Spieler, dass sie in dieser Saison unter dem Strich sogar einen Platz schlechter abgeschnitten haben als im Vorjahr mit dem im Dezember entlassenen Jeff Tomlinson. Rankel immerhin wirkt, als wäre mit der Punkterunde auch ein gewisser Ballast vom Team abgefallen. „Der Kopf ist frei, alles ist frei“, erzählt der Stürmer, der positive Aspekte wie die bessere Bilanz aus der Hauptrunde gegen Nürnberg ebenso ausblendet wie die negativen. Krefeld oder Wolfsburg wären vermutlich die unangenehmeren Kontrahenten gewesen. „Aber an so etwas darf man sich nicht klammern“, sagt Rankel.

Das gesamte Auftreten muss schnell effizienter werden

Ein bisschen aber vielleicht daran festhalten, dass die vergangenen beiden Spiele ganz gut liefen. Mehr Entschlossenheit hier, mehr Konsequenz dort – dann kann das gesamte Auftreten noch effizienter werden. „Jede Mannschaft muss sich im Play-off steigern, wir müssen konstanter werden“, sagt Rankel. Wichtig ist auch, dass die Mannschaft geschlossen agiert und Ausgeglichenheit in den eigenen Reihen einbringen kann in den Kampf um den Einzug in das Viertelfinale. Da kommt es auf die Spieler aus den hinteren Reihen an, sie müssen treffen, wenn sich die Besten neutralisieren.

„Da habe ich großes Vertrauen in die Jungs, die haben zuletzt viel Druck entwickelt, viel Energie in die Mannschaft gebracht. Genau so etwas brauchst du für das Play-off“, so der Kapitän. Im Prinzip sind die Eisbären mit ihren Reihen da gut aufgestellt, falls mal alle Spieler gleichzeitig ihre beste Form abrufen können.

Torhüter Vehanen kennt das Patentrezept zum Erfolg

Krupp beschäftigt sich bis zum Spiel intensiv damit, den Gegner zu analysieren. Erzählen über Stärken und Schwächen will er jetzt nichts, „die werde ich nicht in der Öffentlichkeit rumposaunen“. Ohnehin vertreten die Profis die Ansicht, mehr auf das eigene Spiel zu schauen. „Wir wissen, wie Nürnberg spielt und dürfen sie mit unserer aggressiven Spielweise nicht in die Partie kommen lassen. Wir werden alles geben und sehen, was dabei rauskommt“, sagt Rankel. Der Trainer geht davon aus, dass es eine sehr enge Angelegenheit werden wird gegen Nürnberg.

Torhüter Petri Vehanen hat noch ein ganz probates Rezept parat und empfiehlt im Vergleich zur Hauptrunde Folgendes: „Wir müssen mehr Tore schießen und weniger zulassen.“ Mit dieser Aussage kommt er den Kruppschen Prinzipien im Play-off schon sehr nah.