Eisbären Berlin

Der Umweg ist kein gutes Omen für die Eisbären

Zweimal standen die Eisbären bislang im Pre-Play-off, zweimal scheiterten sie. Auch jetzt sind die Aussichten schlecht. Die letzten Heimspiele der Hauptrunde könnten die Situation etwas verbessern.

Foto: Adam Pretty / Bongarts/Getty Images

Verbessern konnte sich Uwe Krupp auf jeden Fall. In der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) stehen die Eisbären aus Berlin nach der Hauptrunde vor den Haien aus Köln. Bei denen fing der Trainer die Saison an, bei den Eisbären beendet er sie. Für Köln kommt das Ende wohl sogar schon vor dem Play-off, der EHC aber ist da dabei. Freuen kann sich darüber gerade jedoch auch keiner wirklich.

Play-off ist nämlich nicht gleich Play-off. Ohne Umweg ins Viertelfinale wollten die Berliner marschieren, Krupp sollte dafür als neuer Trainer sorgen, als er im Dezember zu den Eisbären kam. Doch der dazu nötige sechste Platz liegt für den EHC seit der jüngsten Niederlagenserie von drei Partien außer Reichweite. Also bleibt nur das Pre-Play-off, maximal drei Spiele entscheiden dann in der nächsten Woche, ob die Berliner über diese kleine Umleitung vielleicht doch in das Viertelfinale einziehen.

Es ist eine Chance, aber eine, die zunächst das Eingeständnis eines Scheiterns verlangt. „Unser Ziel der direkten Viertelfinal-Qualifikation haben wir leider verpasst“, sagt Krupp. Zuerst sollten es die Top-Vier sein, dann nur noch der sechste Platz. Jetzt wären die Eisbären schon über Rang acht froh, der immerhin das Heimrecht in der „Best-of-three“-Serie bedeuten würde. Mit zwei Heimspielen am letzten Hauptrunden-Wochenende wäre es möglich für den Neunten der Tabelle, diesen kleinen Sprung noch zu vollziehen.

Meister Ingolstadt als Vorbild

Aber was ist einer Mannschaft, die nach und nach ihre Ziele nach unten korrigieren muss, letztlich noch zuzutrauen? „Jeder bei uns ist sich der Situation bewusst“, sagt Stefan Ustorf – und schiebt ein „hoffentlich“ hinterher. Lange wurde der Glaube an die Qualität der Mannschaft lautstark propagiert, doch damit gibt sich der Sportliche Leiter jetzt vorsichtiger. Endgültige Urteile zu fällen führt allerdings jetzt auch noch nicht weiter, dafür kann einfach zu viel passieren. Schließlich ist der ERC Ingolstadt in der vergangenen Saison von Platz neun über das Pre-Play-off noch Deutscher Meister geworden.

Für Frank Hördler ist das kein Vergleich. „So weit sollte man in unserer Situation nicht schauen“, sagt der Verteidiger. Zweimal stand er mit dem EHC im Pre-Play-off, erstmals 2007 bei der Einführung, zuletzt vergangene Saison. Beide Male verloren die Eisbären, damals in drei Spielen gegen Frankfurt, im Vorjahr gegen Ingolstadt ebenfalls in drei Partien. „Wir haben noch im Kopf, wie schnell so was zu Ende sein kann“, sagt Hördler. Das Pre-Play-off ist kein gutes Omen für die Berliner. Sollten sie zudem auswärts starten müssen, wäre die Lage noch viel schwieriger.

Mit ihren Darbietungen auf fremdem Eis handelten sich die Berliner das Pre-Play-off erst ein. In zwölf Spielen unter Krupp unterlag der EHC zehnmal. „Wir wissen selber nicht, woran das liegt“, sagt Hördler. Wie die Mannschaft gerade auftritt, das macht ihm zu schaffen. „Emotional ist das nicht einfach, aber man muss das unterdrücken“, erzählt der siebenmalige Meister. Kaum einer strahlt Selbstvertrauen aus oder so etwas wie Unbekümmertheit oder Siegesgewissheit. Solche Markenzeichen früherer Tage sind verschwunden. Stattdessen schwächt sich die Mannschaft mit Frustfouls zusätzlich, was schon einige Punkte kostete. Nach der großen Aufbruchstimmung, die mit Krupp kam, herrschte vor drei Wochen schon keine Euphorie mehr. Mittlerweile wirken alle niedergeschlagen, als folgte dem Rausch jetzt der Kater. Kaum einer und kaum etwas verbreitet noch Zuversicht.

Noch zwei wichtige Heimspiele

Immerhin, diese letzten beiden Hauptrundenspiele könnten es etwas leichter machen. Daheim fühlen sich die Berliner besser, das wäre eine Hoffnung für das Pre-Play-off. „Diese Spiele sind ungemein wichtig“, sagt Hördler. Dadurch entsteht aber auch Druck. Der könnte einem Team, das so labil ist wie die Eisbären, selbst vor dem Heimpublikum die Beine schwer werden lassen. „Wir werden alles dafür tun, um diesen nächsten Schritt zu machen“, so Trainer Uwe Krupp. Das klingt nach einer ganzen Menge Arbeit, so wie sich die Eisbären zuletzt zeigten.