Große Unterschiede finden sich in den Zahlen nicht. Nach 52 Spielen trennen nur zwei Pünktchen den EHC Eisbären und die Nürnberg Ice Tigers, acht Tore erzielten die Franken mehr als die Berliner, die dafür zwei weniger kassierten. Im Überzahlspiel gehören beide Teams zu den Besten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), in Unterzahl sind sie mittelmäßig. Ein wirklicher Favorit lässt daraus nicht ableiten für die „Best of three“-Serie, die beide Mannschaften am Mittwoch im Pre-Play-off in Nürnberg beginnen (19.30 Uhr, ServusTV).

Vereint sind beide Klubs ebenso darin, dass die Hauptrunde nicht zu den jeweiligen Vorstellungen passte. Wie die Berliner stellten auch die Nürnberger kurz vor Weihnachten ihren Trainer frei, Sportdirektor Martin Jiranek übernahm den Posten gleich mit. Unter ihm tat das Team wieder, was unter Tray Tuomie nicht gelang: Die Mannschaft spielte konstant gut. So gewann sie etwa zwölf der letzten 16 Spiele in der Hauptrunde. Der Trainerwechsel brachte anders als bei den Eisbären deutliche Fortschritte.

Mit diesem Gefühl gehen die Franken auch in die Ausscheidungsspiele. „Das ist eine sehr gut aufgestellte Mannschaft“, sagt EHC-Trainer Uwe Krupp. Besonders sticht jedoch die erste Reihe heraus. Mit dem früheren NHL-Profi und Stanley-Cup-Sieger Steven Reinprecht stellen die Franken den Topscorer der Hauptrunde, der Kanadier traf 21 Mal und legte 46 Tore auf. Nicht minder schlecht positionierte sich Reihenkollege Patrick Reimer mit 29 Treffern und 33 Vorlagen auf Rang drei. Auch Yasin Ehliz kommt auf 11 Tore und 34 Vorlagen, was für Platz 13 in der DEL reicht. „Ihr erste Reihe ist unglaublich schwer auszuschalten“, sagt EHC-Stürmer André Rankel. Doch genau das müssen die Berliner versuchen, wollen sie gegen die Franken eine Chance haben.

Zuschauerrekord in der DEL

Dahinter ist die Effizienz weit weniger gut, es mangelt den Ice Tigers ein wenig an der Ausgeglichenheit. Manchmal wirken sie wie die Eisbären in dieser Saison etwas launig. Wobei die Nürnberger das zuletzt besser unter Kontrolle hatten. „Die Trainer haben uns ziemlich gut eingestellt, jeder weiß, was er zu tun hat“, sagt Stürmer Ehliz. Die Berliner gehörten zu den wenigen Teams der Liga, die damit zuletzt gut umgehen konnten. Sie gewannen beide Spiele gegen die Franken in deren bester Saisonphase. Insgesamt setzten sich die Eisbären in drei der vier Partien (3:0, 3:2 n.P., 3:1, 1:3) durch in der Hauptrunde der DEL. Für diese vermeldete die Liga einen Zuschauerrekord, 2.336.670 Fans besuchten die 364 Punktspiele und sorgten für einen Durchschnitt von 6.419 Fans pro Partie.

Mit 13.018 Besuchern lagen die Berliner hier vorn in der DEL, weit vor Nürnberg (4905). Doch ein Vorteil wird das große Publikum im Pre-Play-off nicht sein, die Eisbären müssen ja von der O2 World in den kleinen Wellblechpalast ausweichen. „Ich habe gehört, dass wir in ihrer Scheune spielen“, sagt Reinprecht.

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