Die Laune des Trainers war sowieso schon nicht gut. Zum dritten Mal in Folge verloren, nach dem 4:6 gegen Krefeld auch daheim nicht mehr ungeschlagen und zudem aus den sicheren Viertelfinalplätzen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) herausgefallen. Das reichte erst einmal. Doch dann wurde Krupp auch noch mit den Ansichten der Spieler konfrontiert. Ein psychisches Problem hatte Verteidiger Frank Hördler, einer der Besten des EHC Eisbären, ausgemacht, weil schon wieder kurz vor Schluss alles verspielt worden war.

Deutlich war Krupp anzusehen, dass seine Meinung etwas differierte von der des Nationalspielers. Es fiel ihm auch nicht ganz leicht, das einigermaßen ruhig zu erklären. „Wir brauchen nicht über psychische Probleme zu reden, es geht um Zweikämpfe, wenn Pietta durch fünf Leute geht. Das darf nicht passieren“, zischte Krupp. Der Krefelder Daniel Pietta hatte vor dem 5:4 der Pinguine gut zwei Minuten vor dem Ende das komplette Berliner Team mit einem Alleingang düpiert. Ohne große Gegenwehr der Eisbären. „Da fehlte die endgültige Entschlossenheit“, sagte Krupp.

Sein Ärger ist nachvollziehbar. Eigentlich wähnten sich die Berliner schon auf direktem Weg ins Viertelfinale. Mit Krupp kam Mitte Dezember die Zuversicht, der Spaß – und anfangs kamen auch die Ergebnisse. Heimrecht oder nicht, lautete nur noch die Frage, zwischen Platz drei und fünf schien man sich einzuordnen. Jetzt liegt der EHC auf Rang sieben, ist zurück in der Kampfzone, in der jeder Sechster werden und damit dem Pre-Play-off entgehen will.

Siege kurz vor Schluss verspielt

Ein Faktor für die Rückkehr in die Ausgangsposition sind die Verletzungen, die schon unter Vorgänger Jeff Tomlinson viele Sorgen verursachten. Zudem verfällt die Mannschaft in alte Muster. Zuletzt wurde jeweils erst kurz vor Schluss verloren. Das meinte Hördler mit dem psychischen Problem, vergangene Saison trat dieses bereits auf, zu Anfang dieser Saison ebenso. „Wir müssen auch mal lernen, ein Icing zu machen. Aber wir geben den Puck ungern her, wollen immer das Spiel machen, den Pass. Davon müssen wir weggehen, speziell im letzten Drittel“, so Frank Hördler, der mit den Berlinern am Sonntag in Wolfsburg bei den Grizzly Adams die nächste schwere Aufgabe vor sich hat.

Der Abwehrspieler sieht gleich zwei wichtige Ebenen in der Partie beim Neunten, der nur drei Zähler hinter dem EHC rangiert. Zum einen natürlich bezüglich der Tabelle, in der es richtig eng wird. Zum anderen wollen die Eisbären mit einem „guten Gefühl“ in die folgende Länderspielpause und die anschließenden letzten sieben Partien der Hauptrunde gehen. In dieser Hinsicht sind sich Trainer Uwe Krupp und sein Abwehrchef auf jeden Fall einig.