DEL

Für die Eisbären beginnt der Punkte-Endspurt in der Eishockey-Liga

Ausgerechnet jetzt plagen den EHC Eisbären einige Verletzungssorgen. Zum Meister nach Ingolstadt reisen die Berliner am Mittwoch dennoch mit dem Gefühl, gut vorbereitet zu sein für das Duell.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Es herrschte Gedränge im Wellblechpalast, sogar Durcheinander. Eine ansehnliche Abordnung des Wirtschaftskreises Hohenschönhausen-Lichtenberg durfte sich am Dienstag die Kabine des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), dem EHC Eisbären, anschauen – während des Trainings. Uwe Krupp, der ja erst seit sechs Wochen Coach der Berliner ist, verlor in diesem Gewusel ein wenig den Überblick und wollte in die falsche Tür des Umkleidetraktes eintreten, als er nach der Einheit vom Eis kam. Erst ein Hinweis brachte ihn wieder auf den richtigen Weg.

Etwas orientierungslos war Krupp am Dienstagvormittag auch noch, was die Aufstellung seiner Mannschaft für die Partie am Mittwoch in Ingolstadt anging. „Es gibt zu viele Fragezeichen“, sagte der 49-Jährige. Zu den drei Langzeitverletzten kommen Florian Busch (Muskelfaserriss) und Mark Bell (gesperrt) hinzu, vielleicht auch die erkrankten Antti Miettinen und Laurin Braun. Eine ungünstige Konstellation. „Ingolstadt spielt ohne Verletzte“, so Krupp. Mit der Partie bei den Oberbayern geht es zudem in die letzten zehn Spiele der Hauptrunde, der Endspurt im Rennen um die Play-off-Plätze beginnt. Und das Spiel gegen den ERC könnte richtungsweisend sein.

Besondere Maßnahmen ergreift Krupp deshalb nicht. „Die Dringlichkeit bei der Mannschaft ist da, seit ich mit ihr arbeite“, sagt der Trainer. Klare Ziele seien auch längst formuliert. Möglichst Heimrecht im Play-off lautet eines, also Platz drei oder vier, nachdem eins und zwei außer Reichweite sind. Rang drei wäre es wohl auch bei einer Niederlage gegen den aktuellen Dritten Ingolstadt, der acht Zähler vor den Eisbären rangiert.

Gute Entscheidungen treffen

Dem personellen Handicap schenkt Krupp keine große Beachtung. „Leichter wird es natürlich nicht“, sagt er: „Aber wir wollen trotzdem ein gutes Spiel machen. Wir sind gut vorbereitet.“ Die Spieler müssten nun „gute Entscheidungen treffen“, etwa das Forechecking genau dosieren, damit Aufwand und Nutzen in einem guten Verhältnis stehen.

Im vorherigen Spiel in Straubing stimmte das nicht. Dort zeigten die Berliner auch mit besserer Personallage allgemein Nachlässigkeiten gegen den bis dahin Letzten und verloren (2:3). „Das war das erste Mal, seit ich da bin, dass wir nicht richtig konzentriert waren“, so der Trainer. Generell empfindet Krupp das als einen recht guten Prozentsatz. Allerdings passt dieser Mangel an Aufmerksamkeit gerade überhaupt nicht in die Zeit des Hauptrunden-Endspurts.