Eisbären Berlin

Der neue Start soll die Eisbären-Profis unbeschwert machen

Uwe Krupp feiert gegen Straubing seine Premiere als Trainer der Berliner. Er will die offensive Identität der Mannschaft besser herausarbeiten, als das beim DEL-Rekordmeister zuletzt gelungen ist.

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Man muss nicht alles so streng auslegen. Bei seiner ersten Übungseinheit als Trainer des EHC Eisbären redete Uwe Krupp viel, nahm vor den Augen von einer Hundertschaft Fans immer mal Spieler zur Seite, erklärte, gab Anweisungen. „Das ist normal, wenn ein neuer Trainer da ist“, sagt Kapitän André Rankel. Was heißen soll, dass jetzt nicht alles anders gemacht wird als vorher bei Jeff Tomlinson. Krupp sieht das genauso: „Da geht es nicht allein um Korrekturen, sondern einfach ums Sprechen.“

Sein erstes Training hat Krupp gefallen. „Die Jungs haben gut mitgezogen, sind aufmerksam“, so der 49-Jährige. Was wenig wundert, wenn ein neuer Mann am Start ist. Jeder will sich von seiner besten Seite zeigen, Eindruck machen. Jeder muss sich schließlich seine Eiszeit neu verdienen, spätestens ab Freitag, wenn die Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen Straubing erstmals unter Krupp antreten (19.30 Uhr, O2 World).

Bevor es aufs Eis ging, stellte sich Krupp kurz in der Kabine vor. Obwohl das bei seiner Vita kaum nötig ist. „Er hat gesagt, wie er Eishockey spielen will“, so Rankel. Und wie? „Offensiv.“ Das klingt zunächst gar nicht so sehr nach Krupp, dem eher der Hang zu einer stabilen Abwehr und großer Aggressivität attestiert wird. „Letztlich“, sagt der, „möchte ich eine Art von Eishockey spielen, die zu den Spielern passt.“ In Berlin ist das die offensive Art.

Erstmal kaum Änderungen

In dieser Weise wurde das Team nun schon über zehn Jahre geprägt, einfach umzuschalten auf einen neuen Modus würde also kaum funktionieren. „Das Team hat eine Identität, und die liegt in der Offensive. Mein Job ist es, diese Identität herauszubringen“, sagt Krupp. Sicher mit ein paar kleinen Anpassungen hier und da. „Es wird sich nicht alles ändern, aber nach und nach ein paar Kleinigkeiten“, sagt Rankel.

Für Uwe Krupp geht es vorerst sowieso darum, die Profis kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen. Die Situation empfindet er als hilfreich. Krupp: „Es ist ein gewisser Neubeginn, bei dem sich der Trainer ein neues Bild macht von jedem. Das ist eine gute Ausganglage, um mit einer gewissen Unbeschwertheit zu spielen.“ Ohne Druck und Vorurteile, ein frischer Start für alle.