Trainer haben meist die Angewohnheit, einzelne Spieler nicht für schlechte Resultate verantwortlich zu machen. Diese Auffassung vertritt auch Tray Tuomie. Der ist ein guter Bekannter von Jeff Tomlinson, in Nürnberg war Tuomie einst sein Assistent, bis er nach Tomlinsons Rausschmiss bei den Ice Tigers dessen Posten übernahm.

Kürzlich wandte sich dieser Tuomie von seiner Maxime ab und nannte die schwachen Spieler beim Namen, kritisierte sie öffentlich, schließlich stünden alle gleichermaßen in der Schusslinie, nicht allein der Trainer. Das brachte zunächst die erwünschte Wirkung, die ließ dann kurz nach, setzte aber gegen Jeff Tomlinson und den EHC Eisbären wieder ein.

Mit 1:3 (1:0, 0:1, 0:2) unterlagen die Berliner im Duell der Tabellennachbarn und mussten den Franken überdies den neunten Platz in der Rangliste der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) überlassen.

Die Berliner konnten sich darüber freuen, dass sie wieder auf einen Spieler mehr zurückgreifen durften. Stürmer Mark Bell war nach abgesessener Sperre zurück, was den Kraftreserven des in den vergangenen Monaten stets von Ausfällen geplagten EHC entgegen kam. Die vorhandene Energie wurde zunächst in der Defensive abverlangt, denn die Nürnberger gingen mit Schwung in die Partie. Mit gutem Stellungsspiel ließen die Berliner allerdings kaum größere Chancen zu, selbst in Unterzahl nicht.

Offensive im Schongang

Offensiv hielten sich die Eisbären überwiegend zurück, viel riskieren wollten sie nicht. Im Powerplay mussten sie das auch nicht und konnten sich dennoch im Angriffsdrittel festsetzen. Eine schöne Kombination über Florian Busch und Petr Pohl vollendete Rückkehrer Mark Bell zur Führung (16.).

Auch nach dem Treffer änderte sich das Bild kaum: Nürnberg rannte an, fand aber nur selten einen Weg durch die Berliner Verteidigung um Torhüter Petri Vehanen. Allerdings häuften sich die Strafzeiten, so dass die Franken mehr Platz für ihre Angriffe erhielten. Den nutzte letztlich Patrick Reimer zum Ausgleich (34.).

Anschließend erhöhten auch die Eisbären ihre offensiven Bemühungen, allerdings ebenso wie die Ice Tigers ohne nennenswerte Gefahr dabei zu erzeugen. Trotzdem gelang es den Gastgebern, den Ex-Berliner Corey Locke am Pfosten stehend anzuspielen, wo der die Nürnberger in Führung brachte (46.). Locke war einer der Spieler, die von Tuomie angezählt worden waren. Der hat sich die Kritik offenbar auch besonders zu Herzen genommen, mit einem starken Rückhandpass leitete der Kanadier die Entscheidung ein, die mit dem Treffer von Connor James gefallen war (56.). Damit hatte sich Corey Locke diesmal erneut eine Erwähnung durch seinen Trainer verdient, allerdings eine lobende.

BM