Sie waren sich einig, die Spieler und der Trainer. Was sie gegen die Augsburger Panther gezeigt hatten, das sollte ihnen für die Zukunft helfen. Und zwar in der Hinsicht, dass die Routine wieder einsetzt, dass gute und vor allem erfolgreiche Spielzüge wieder selbstverständlich werden beim EHC Eisbären. Eines steht auf jeden Fall fest, ein 5:1 sorgt erst einmal für ein gutes Gefühl.
Damit dies nicht ein trügerisches wird, darf der Erfolg allerdings nicht überbewertet werden. Die Zahlen sind deutlich, das Spiel war es dagegen nicht immer. „Wir haben es den Berlinern sehr leicht gemacht“, sagte Augsburgs Trainer Larry Mitchell. Eines der auswärtsschwächsten Teams der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) brachte doch einige Unordnung in die Berliner Hintermannschaft. Das noch schlechtere Abwehrverhalten der Gäste führte trotzdem zu einer sehr einseitigen Torausbeute.
Dass es vorn funktionierte, half den Eisbären allerdings. Es gab später in der Partie Sicherheit, die Spieler fühlten sich wieder wohler bei ihren Aktionen, ihnen gelang mehr. „Wir haben uns sehr gut unterstützt. Das Spiel hat gezeigt, in welche Richtung es geht“, sagt Kapitän Frank Hördler. Teilweise setzte das Team um, was Trainer Jeff Tomlinson gefordert hatte. Um weniger kompliziert zu agieren, wurden die Pässe kürzer oder auch mal über die Bande gespielt. Besonders Zugang Marcel Noebels gefiel dem Coach dabei, weil der schnörkellos spielt, alles Überflüssige beiseite lässt – und so den Puck viel seltener verliert als andere.
Gefahr des Übermuts
Das wünscht sich Tomlinson auch von den anderen noch mehr. Immerhin: „Wir konnten diesmal mehr Situationen spielerisch lösen“, sagt der Trainer. Darin liegt aber auch eine Gefahr. Leicht euphorisiert vom Gefühl, dass nun alles wieder leichter gehen würde, könnte der eine oder andere dazu neigen, dass Risiko gleich etwas zu erhöhen. „Das ist ein schmaler Grat“, erzählt der Trainer. Am Sonntag beim Duell der Tabellennachbarn auf Rang neun und zehn in Nürnberg müssen die Eisbären die richtige Dosierung finden.
Andernfalls würden die weiter vorhandenen Fehler in der teils noch jungen Defensivabteilung deutlich mehr ins Gewicht fallen als gegen Augsburg. Dass sie es da nicht taten, erklärte Hördler so: „Wir wissen, in welcher Situation wir uns befinden. Jeder kämpft und jeder will, jeder hilft und trägt so seinen Teil bei.“ Vor allem Torhüter Petri Vehanen, der viele Patzer grandios ausbügelte.





