Eishockey

Eisbären haben keine Probleme gegen die wilden Schwäne

Die Berliner Eisbären haben mit einem ungefährdeten Heimsieg ihre Ansprüche auf einen Platz in den Pre-Play-offs unterstrichen. Gegen die Schwenninger Wild Wings gab es ein 4:1.

Gehofft hatten sie offenbar bis zum Schluss. Im Aufstellungsbogen jedenfalls fand sich Florian Busch noch, er sollte sogar in der ersten Sturmreihe des EHC Eisbären aufs Eis, also in der Startformation, auflaufen. Doch als die Profis des Titelverteidigers der Deutschen Eishockey-Liga ihre Positionen eingenommen hatten, stand stattdessen Laurin Braun dort. Und Busch war nicht nur einfach in eine andere Reihe versetzt worden, er fehlte ganz. Busch hatte sich im Anzug einen Platz in der Loge gesucht, obwohl er fit war.

Von dort konnte der 29-Jährige ein vergnügliches Spielchen sehen, eines mit sehr vielen Torchancen der Eisbären, die gegen die Schwenninger Wild Wings eine recht dominante Partie ablieferten. Sie gewannen 4:1 (2:0, 1:0, 1:1). In der Tabelle brachte das den Meister fünf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde auf Rang zehn – und damit wieder auf einen Pre-Play-off-Platz.

Dass Angreifer Busch zuschauen musste, hatte einen guten Grund. Ansonsten hätten sich die Berliner womöglich bald mit einem Dopingfall auseinandersetzen müssen. Seit einiger Zeit plagt sich der Stürmer mit einer chronischen Darmentzündung. Zwischenzeitlich hatte ihn die sechs Kilogramm an Gewicht gekostet, sechs Wochen war der Spieler ausgefallen. Komplett ausgestanden ist die Entzündung noch nicht, deshalb begann Busch am Wochenanfang mit einer Cortison-Behandlung. Die Anwendung von Cortison-Präparaten ist allerdings genehmigungspflichtig, einem entsprechenden Antrag der Eisbären bei der Nationalen Antidopingagentur ist bisher allerdings nicht stattgegeben worden. Erst wenn diese Erlaubnis vorliegt, kann Busch wieder spielen.

EHC jetzt wieder auf Platz zehn

Ausgewirkt hat sich sein Fehlen nicht gegen die Schwarzwälder. Gegen den Vorletzten der Tabelle hatten sich die Berliner ihre Aufgabe recht schwer vorgestellt, im Training passten sie ihr Spiel sogar dem der Wild Wings an. Diese Maßnahme von Trainer Jeff Tomlinson brachte den gewünschten Erfolg. Problemlos passierten die Berliner die neutrale Zone, was gegen Schwenningen an sich nicht einfach ist. Doch mit viel Geschwindigkeit rückten die Eisbären schnell vor das Tor der Gäste und richteten sich im Angriffsdrittel ein.

Es dauerte auch nicht lange, bis dies zum erhofften Resultat führte. Mark Bell brachte den EHC in Führung (7.), er lenkte einen Schuss von Jim Sharrow ins Netz. An sich hätte es dann alles sehr schnell gehen können, die Wilden Schwäne gerieten unter den Dauerangriffen der Berliner mächtig ins Schwimmen. Torhüter Dimitri Pätzold wirkte ein ums andere Mal leicht orientierungslos. Allerdings verwertete der Titelverteidiger seine Chancen schlecht. Nach Travis Mulocks 2:0 (16.) dauerte es lange, bis Kapitän André Rankel das 3:0 erzielte (36.).

Fast wäre es dann noch einmal spannend geworden, Mark Lee traf für die Gäste (43.). Doch die Eisbären fielen diesmal nicht in das sonst fast obligatorische Konzentrationsloch. Sie spielten unbeeindruckt nach vorn und Barry Tallackson markierte vor 13.800 Zuschauern das 4:1 (52.), was die Hoffnungen der Berliner auf den Einzug in das Pre-Play-off bestärkte.