DEL-Endspurt

Titelverteidiger Eisbären lässt die Muskeln spielen

Die Eisbären zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Drei Spiele in Folge wurden gewonnen, gegen Nürnberg dominierten die Berliner lange. In Straubing müssen sie ihre Form am Sonntag allerdings bestätigen.

Foto: Marius Becker / dpa

Wohin geht es für den EHC Eisbären? Diese Frage tauchte zuletzt häufig auf in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Eine klare Antwort erschallte am Freitagabend von den Rängen in der O2 World. „Play-offs, wir kommen“, riefen die Fans der Berliner. Verführt von einem 5:1 gegen die Nürnberg Ice Tigers wurde aus einer vagen Hoffnung feste Überzeugung. Dass die letzten fünf Minuten der Partie den Eisbären kurz entglitten, war nur ein Schönheitsfehler. „Man ist einfach nicht mehr ganz bei der Sache bei so einer Führung“, sagte Stürmer Matt Foy. 5:4 stand es am Ende.

Ärgerlich war es schon, wer weiß, ob das Torverhältnis in drei Wochen am Ende der Hauptrunde nicht noch eine entscheidende Rolle spielt. Jeff Tomlinson blendete das erst einmal aus. „Ich bin heute ein sehr zufriedener Trainer“, sagte der Deutsch-Kanadier. Er konnte es sein, seine Mannschaft beherrschte den Gegner 55 Minuten lang. „Wir haben so gespielt, wie wir es wollten. Bis auf die letzten Minuten“, so Tomlinson. Die Berliner deuteten der Konkurrenz an, dass sie es noch können, sie haben die Muskeln spielen lassen.

Befähigt dazu wurden sie hauptsächlich durch den Umstand, dass der Kader nach vielen Monaten bis auf die Langzeitverletzten Jens Baxmann (Kreuzbandriss) und Frank Hördler (Innenbandteilabriss) vollzählig ist. „Wir haben mehr Tiefe“, sagt Foy, der gegen Nürnberg traf. Das lässt die Mannschaft ganz anders auftreten, denn unter den Verletzten waren viele Leistungsträger. Deren Rückkehr gibt dem Team zum einen physisch mehr Schwung, doch dem Kopf hilft das ebenso. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist gewachsen. „Das sieht aus, als wäre da eine neue Mannschaft auf dem Eis“, sagt Travis Mulock, ebenfalls Torschütze gegen Nürnberg.

Erstmals vier Siege in Serie als Ziel

So forsch jedenfalls zeigte sich der EHC lange nicht mehr. Die Franken hatten kaum eine Chance, denn die Eisbären standen in der Abwehr gut strukturiert und bauten darauf ein schnelles Offensivspiel auf. „Das Gesamtkonzept hat uns dominieren lassen, wir hatten das Spiel komplett unter Kontrolle“, sagt Stürmer Florian Busch, der in der Abwehr aushalf. Die deutliche Überlegenheit lief darauf hinaus, dass die Berliner den Nürnbergern nicht mehr viel zutrauten. Dafür bekamen sie die Quittung.

Als Maßstab soll das Spiel dennoch gelten, ohne den Schluss freilich. „Dieses Auftreten gibt Selbstvertrauen, wir müssen so weitermachen“, sagt Busch. Erst zum dritten Mal in dieser Saison gelangen den Eisbären mit dem Erfolg gegen Nürnberg drei Siege in Serie. „Es wäre der richtige Zeitpunkt, jetzt zum ersten Mal auch den vierten Sieg folgen zu lassen“, so Busch. In Straubing wartet am Sonntag jedoch ein sehr unangenehmer Gegner.

Trainer Tomlinson ist allerdings zuversichtlich. Der Kampf um die Pre-Play-off-Plätze, für die mindestens Rang zehn notwendig ist, spitzt sich zu, lediglich vier Punkte trennen die Mannschaften auf den Rängen acht bis elf. Doch die Berliner zeigen steigende Form. „Wir sind sehr hungrig und spielen sehr solide“, sagte der Trainer auf die Frage, warum nun endlich der vierte Sieg in Folge gelingen wird. Er war sehr überzeugt dabei, und das klang dann auch ein bisschen nach: „Play-offs, wir kommen.“