Es gibt gerade eine große Auswahl an sportlicher Unterhaltung, im Fernsehen bieten die Olympischen Spiele etwas für viele Geschmäcker. Besonders die Eishockeypartien sind durchaus appetitanregend, spielen doch in Sotschi die Profis aus der NHL mit, der besten Liga der Welt. Zum Frühstück gab es am Freitag die Tschechen, am frühen Nachmittag die Schweden, später die Kanadier und die Finnen zu sehen.

Weil Deutschland sich nicht qualifiziert hat, steht die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) nicht still für Olympia. Stattdessen konnte, wer sich den Tag vor dem Fernseher mit den Stars vertrieb, am Freitagabend etwa in Berlin auch noch hautnah das Spiel erleben. Der EHC Eisbären empfing nach einer kurzen Länderspielpause die Nürnberg Ice Tigers. Auch diese Partie bot ein ordentliches Tempo, die 12.900 Zuschauer in der O2 World fühlten sich gut unterhalten. Vor allem aber wahrten die Berliner mit dem 5:4 (2:1, 2:0, 1:3) ihre Chance, in ein paar Wochen in das Pre-Play-off einzuziehen.

Auch in der Kabine der Eisbären werde derzeit per Fernsehen viel nach Sotschi geschaut, ließ Manager Peter John Lee im Stadionheft wissen. Neidisch, wie er zugab. Er kann andererseits gerade aber auch ein wenig zufrieden sein. Schließlich lief der EHC mit so vielen Spielern wie lange nicht auf. Lediglich zwei Profis fehlen nach Wochen mit einer ellenlangen Verletztenliste noch. Das beflügelte die Berliner offenbar, sie legten sich läuferisch sofort ins Zeug. Vielleicht auch angetrieben von der durch den Valentinstag inspirierten Liebeserklärung der Fans zu Spielbeginn. Zu roten Luftballonherzen präsentierten sie in Anlehnung an die Berliner Band „Die Ärzte“ den Spruch: „Diese eine Liebe, wird nie zu Ende geh'n.“

Schwache Schlussminute kostet klareren Sieg

Fanliebe und Auftreten der Eisbären ergänzten sich gut, die Geräuschkulisse erreichte ein hohes Niveau. Den Dämpfer, den die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson durch Steven Reinprecht früh hinnehmen musste (3.), spielten die Berliner schnell aus den Köpfen. Gegen den bis dahin Fünften der Tabelle agierte der Neunte sehr drangvoll, die Eisbären erzwangen immer wieder Fehler und setzten permanent nach. Travis Mulock (14.), Barry Tallackson in Überzahl (18.), André Rankel (22.), Matt Foy (33.) und Darin Olver (52.) verwandelten die Überlegenheit in eine 5:1-Führung. Die hätte auch noch deutlicher ausfallen können, ehe Jason Jaspers (55.) und Patrick Reimer (60./60.) kurz vor dem Ende noch einige Unkonzentriertheiten ausnutzten. „Wir haben sie gut unter Druck gesetzt“, sagte Kapitän Rankel nach dem dritten Sieg in Folge, der die Traurigkeit des Nationalspielers über die Abwesenheit in Sotschi ein wenig linderte.

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