Eishockey

Eisbären gewinnen klar gegen Tabellenletzten Düsseldorf

Die Eisbären treten wieder souverän auf und stürmen in Richtung Play-off-Plätze: Gegen Tabellenschlusslicht Düsseldorf setzten sich die Berliner deutlich mit 4:1 (2:0, 1:0, 1:1) durch.

Rob Zepp ging in die Knie, fuhr erst nach links, dann nach rechts. Dabei flatterte er mit den Händen, und er hob die Arme höher und höher. Auf der anderen Seite der Plexiglasscheibe bewegten sich die Hände und Arme der Fans im gleichen Rhythmus, als die Amplitude erreicht war, schwappte die Welle heftig durch die Fankurve des EHC Eisbären.

Den Torwart hatte sich der Anhang also auserkoren, um dieses Ritual anzustimmen. Er war lange nicht da gewesen, sechs Wochen fehlte Zepp wegen eines Rippenbruchs. Anfangs freuten sich die Fans, in Sebastian Elwing einen gebürtigen Berliner als Ersatz im Tor zu sehen. Doch die Resultate wurden immer schwächer. Mit Zepp änderte sich das jetzt wieder, beide Spiele nach seiner Rückkehr wurden gewonnen. Nach dem Erfolg in Iserlohn (3:0) gewann der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) am Sonntag mit 4:1 (2:0, 1:0, 1:1) gegen die Düsseldorfer EG. „Zepp ist sehr sicher“, sagte Verteidiger Henry Haase. Ein Gegentor erlaubte sich Zepp in zwei Partien, zuvor gab es bei fünf Niederlagen 26 Gegentore.

Mit diesen Siegen stehen die Berliner nun wieder etwas besser da. „Wir wussten, dass dieses Wochenende sehr wichtig für uns ist“, so Kapitän André Rankel, der ebenso wie Zepp und die Stürmer Barry Tallackson sowie Julian Talbot gegen Iserlohn in die Mannschaft zurückkehrte. Mit diesen Vier schob sich der EHC wieder auf den zehnten Platz vor, der den Einzug in das Pre-Play-off ermöglicht. „Es ist ein gutes Gefühl, so in die Pause zu gehen“, erzählte Rankel, für dessen Team in gut zwei Wochen mit den letzen acht Spielen der Hauptrunde der Endspurt beginnt.

Eines erschien dem Trainer gegen Düsseldorf immens bedeutsam. „Das erste Tor war wichtig“, sagte Jeff Tomlinson. Dabei ging es ihm gar nicht so sehr um das Spiel seiner Mannschaft, das sich ohne den Treffer eventuell anders gestaltet hätte, als es das mit tat. Allein der Wohlfühlfaktor der Berliner in dieser Partie wurde durch den Treffer, den Matt Foy erzielte (14.), deutlich erhöht. Damit spielte es sich anschließend nicht besser, sondern vor allem leichter.

Eisbäfen schießen wieder scharf

Um zu verstehen, warum das eine besondere Rolle für die Eisbären spielte, muss man wissen, dass sie zuvor alle drei Partien gegen die DEG verloren haben. Nie war der Titelverteidiger dabei gegen den Tabellenletzten in Führung gegangen. Besonders ein Aufeinandertreffen, das vorherige in Berlin (1:2 n.P.), blieb in Erinnerung. Nach vorn spielte der EHC, dominant, schoss andauernd auf das Tor. Nur hinein ging der Puck nicht. Anfang Dezember deckten die Eisbären DEG-Torhüter Robert Goepfert mit 78 Schüssen ein, 77 davon hielt er und zeigte die zweitmeisten Paraden, die je ein Torwart in der DEL ablieferte.

Diesmal schossen die Eisbären wieder von Beginn an scharf, und Goepfert meisterte die ersten Pucks. Am Selbstvertrauen der Berliner kratze das jedoch nicht. Die Rückkehr der Verletzten und der damit einhergehende Sieg in Iserlohn lösten im Team eine neue Dynamik aus. „Das hat der Mannschaft mehr Kraft gegeben“, so Haase. Selbst den Ausfall von Verteidiger Frank Hördler (Innenbandteilabriss) steckte der EHC gut weg. Und mit Foys Treffer verlor endlich auch die DEG ihren Schrecken.

Der Rest war mit viel Routine und wenig Mühe bald erledigt. Zwar entsprangen die nächsten Tore durch Tallackson (18.), Mark Bell (38.) und Jim Sharrow (43.) jeweils dem Überzahlspiel, was aber letztlich nur Ausdruck der bestimmenden Spielweise der Berliner war. Düsseldorf zog sich weitgehend zurück, weil andere Mittel kaum zur Verfügung stehen. Folglich orientierte sich die Partie in eine Richtung. Mit Tempo und Bissigkeit drangen die Eisbären in das Drittel der Gäste ein, oft konnten die Rheinländer dem nur mit Fouls begegnen. „Wir haben alles richtig gemacht, ein großes Lob an die Mannschaft“, sagte Rankel, dessen Team noch den Ehrentreffer von Justin Bostrum kassierte (49.), und verschwand lächelnd in die Länderspielpause.