Die Leichtigkeit ist zurück, verbal zumindest. Manche mögen denken, dass den Eisbären die Knie zittern. Die Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) steht kurz vor dem Ende, doch der Meister weiß nicht, ob das Play-off in dieser Saison mit ihm oder ohne ihn stattfindet. Etwas Nervosität wäre nur verständlich. Doch jetzt ist er wieder da, Florian Busch, Stürmer, Optimist und versehen mit einem Hang zu plakativen Sprüchen, die am Ende doch irgendwie immer aufgehen. Und der sagt: „Panik ist fehl am Platz.“

Viele erinnern sich noch gut an die Öltanker, die Busch in der Abwehr der Adler Mannheim vor ein paar Jahren ausmachte. Das stieß den Adlern kurz auf, die Reaktion auf dem Eis war heftig, aber der vom Berliner angesprochene Wendekreis letztlich doch zu groß, um den EHC im Play-off aufzuhalten. Die Kölner Haie fanden es auch nicht lustig, als der 29-Jährige vor gut zehn Monaten im Finale vor laufender Kamera feststellte, dass die Rheinländer „die Hosen voll“ hätten. Inzwischen wissen alle, dass es genau so war. Also: keine Panik.

Acht Spiele liegen bis zum Hauptrundenende vor dem Titelverteidiger. Damit bestreiten die Berliner noch eines mehr als die unmittelbare Konkurrenz um die Plätze acht bis elf. Achter würden die Eisbären gern werden, dann hätte man im Pre-Play-off zunächst Heimrecht. In Anbetracht der großen Auswärtsschwäche in dieser Saison ein wichtiges Ziel, eines, das sechs Zähler entfernt ist. Aktuell belegt der EHC Rang zehn, den letzten der Pre-Play-off-Plätze.

Jeder trainierte so, wie es am besten für ihn war

Trotz aller Lässigkeit nimmt Busch die Lage nicht auf die leichte Schulter. „Es geht um die Wurst“, sagt er, „aber ich gehe ruhig damit um.“ Im Sport ergäben sich nun mal solche Situationen, in denen es eng wird. Als es bergab ging für die Berliner, war der Angreifer meist zu Hause. Eine Darmentzündung raubte ihm die Kraft, er verlor sechs Kilogramm an Gewicht. Entsprechend zermürbend verliefen die ersten Eis-Einheiten. „Ich war ein Häuflein Elend, es fühlte sich an, als wäre ich vier Jahre nicht auf dem Eis gewesen“, so Busch. Nach sechs Wochen ohne Spiel kehrt er nun in die Mannschaft zurück.

Die hatte zuletzt gut zwei Wochen Zeit, sich wieder zu sammeln. Trainiert wurde sehr unterschiedlich, ein paar Profis machten vor allem Pause, weil sie zuvor viel gespielt hatten. Die Torhüter hatten ihren Spezialtrainer da, die zuvor lange Verletzten wie Busch erhielten besondere Zuwendung, andere arbeiteten an der Athletik. „Jeder hat bekommen, was er brauchte“, sagt Trainer Jeff Tomlinson. Als alle nun wieder zusammenkamen, fühlte er sich in seinen Entscheidungen bestätigt. Nach seinem Eindruck tat den Spielern die Sonderbehandlung gut: „Es war Leben auf dem Eis.“

Wie viel das wert ist, wird gegen die Nürnberg Ice Tigers, dem Tabellenfünften, am Freitag einer gründlichen Prüfung unterzogen werden (19.30 Uhr, O2 World). „Nürnberg ist aus allen vier Reihen sehr torgefährlich“, so Tomlinson, „es wird eine Herausforderung für uns sein, deren Offensive in den Griff zu bekommen und selbst nach vorn zu spielen.“ Dass in Casey Borer (Knieprellung) und Daniel Weiß (Grippe) zwei Spieler auszufallen drohen, ist ein Handicap. Eines, mit dem man umgehen kann, da viele Verletzte nun wieder da sind. So wie der panikfreie Busch.