Eishockey

5:4 - Berliner Eisbären kämpfen Kölner Haie nieder

Mit einem Sieg gegen die Haie sind die Eisbären in die zweite Hälfte der DEL-Saison gestartet. Dies könnte dem Titelverteidiger neuen Schwung geben, die Eisbären scheinen sich etwas gefangen zu haben.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Cindy aus Marzahn ist immer irgendwie präsent, wenn der EHC Eisbären spielt. Auf dem Videowürfel wirbt sie für ein Möbelhaus. Diesmal war sie in echt da, standesgemäß mit Trikot. Und welches konnte sie wohl tragen? Genau, das rosafarbene aus der Pinktober-Kollektion der Berliner. Und wenn Cindy schon mal da ist, greift sie auch zum Mikrofon. „Dit läuft jut“, sagte sie nach zwei Dritteln zum Spiel der Berliner gegen die Kölner Haie und machte aus dem 50-Euro-Siegerscheck eines Gewinnspiels ihres Möbelhauses mal eben eine 500. Gut gelaufen war es also vor allem für Birte, die den Scheck bekam. Aber auch für die Eisbären, die die Kölner nach einem turbulenten Schlussdrittel mit 5:4 (2:1, 0:0, 2:3, 1:0) nach Verlängerung durch einen Treffer von Shawn Lalonde bezwangen.

Es war gerade Halbzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), natürlich auch für die Fachzeitung „Eishockey News“ ein willkommener Anlass, die Teams nach 26 Spielen der Hauptrunde einzuordnen. Nicht nur anhand der Tabelle, sondern auch gemessen an den Erwartungen und Möglichkeiten. Als einzige Mannschaft mit einer Eins, wenn auch versehen mit einem Minus, wurden dabei die Kölner Haie, der Tabellenführer, benotet. Hingegen schnitten die Berliner als Titelverteidiger und aktueller Neunter als eines von nur zwei Teams neben den Iserlohn Roosters mit einer glatten Fünf ab.

Über die kompletten ersten Monate betrachtet, mag man dem, mit Einschränkungen vielleicht, zustimmen. In den vergangenen Wochen passte die Benotung allerdings nicht mehr so gut. Während die Eisbären sich etwas gefangen haben und vor allem daheim auch gute Spiele ablieferten, zeigte die Kurve der Haie zuletzt nach unten. Lange lief alles perfekt für die Rheinländer. Die Mannschaft, die fast dieselbe ist wie im Finale der Vorsaison, als sie den Eisbären unterlag, wurde gezielt verstärkt. Neben der ohnehin schwer zu durchbrechenden und besten Defensive der Liga machte das die Kölner auch offensiv zu einem Team, das Maßstäbe setzte.

Augenmerk auf Rang sechs

In jüngster Zeit traf das nicht mehr zu, weil die Haie etwas einholte, womit die Berliner ständig zu tun hatten: Verletzungspech. Vier der vorangegangenen sechs Partien gaben die Kölner ab, der Vorsprung auf Platz zwei schmolz bis auf einen Zähler. Vor allem gegen defensiv orientierte Kontrahenten standen die Haie oft vor Problemen, trafen nicht mehr wie gewohnt. Sorgen, die sie mit den Eisbären teilen. Der Abstand, mit dem die Berliner in die Partie gingen, war mit 15 Punkten immer noch groß. Jedoch bot die aktuelle Tendenz beider Gegner die Chance für die Eisbären, nach zwei Niederlagen (jeweils 1:3) gegen die Haie an Boden gut zu machen.

Zwar gelten die Kölner in der Tabelle derzeit nicht als Orientierungspunkt für den Meister, auf dem Abstand zu Platz sechs als direktem Viertefinalrang liegt das Augenmerk. Weil der auch viel zu groß ist, zählt jeder Sieg. Aus der Kabine kamen die Berliner auch dementsprechend. Sie verlagerten das Spiel sofort in die Kölner Häfte. Doch die Spielkontrolle entpuppte sich als wenig hilfreich, ein Fehler im Aufbau genügte, und die Haie lagen durch Philip Riefers vorn (9.).

Normalerweise wird es gegen die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp schwer, wenn sie vorn liegt. Doch die Eisbären profitierten von einer Überzahlsituation, Julian Talbot beförderte den Puck aus dem Gewühl vor dem Tor zum Ausgleich ins Netz (12.). Köln drängte daraufhin mehr nach vorn, was auch den Eisbären die Chance zum Kontern gab. Florian Busch verwertete dabei einen Pass von Darin Olver und brachte den EHC in Führung (15.).

Turbulentes Schlussdrittel

Krupp nahm dies zum Anlass, seine Spieler noch energischer auftreten zu lassen. Die Haie erhöhten das Tempo, alles wurde intensiver. EHC-Trainer Jeff Tomlinson sah sich Mitte des zweiten Drittels sogar gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Wodurch sich das Spiel auch wieder beruhigte, wenn auch nur kurz.

Zunächst glich John Tripp aus (47.), und Yared Hagos brachte die Haie Sekunden später in Führung (48.). Mitten in die Ernüchterung der Berliner Fans hinein traf Frank Hördler zum 3:3 (48.). Als die Eisbären dann in Überzahl spielten, versuchten sie, einen Treffer zu erzwingen und begingen dabei grobe Fehler. Zweimal konnten Konter der Haie nur auf Kosten eines Penaltys unterbunden werden, Chris Minard nutzte einen davon zur erneuten Kölner Führung (50.). Im nächsten Powerplay schickte Shawn Lalonde die aufwühlende Partie mit dem 4:4 in die Verlängerung (53.), wo er dann wieder in Überzahl schnell alles beendete (61.).