Eine Heldentat, da waren sich alle einig, hatten sie nicht vollbracht. „Aber es ist im Moment auch egal, wie wir die Punkte holen“, sagte Torhüter Rob Zepp. Mit vielen Paraden er dem EHC Eisbären zum 3:2 gegen die Hamburg Freezers verholfen, der peinliche letzte Platz war damit passé für den Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). War es auch das Ende der größten Krise seit Jahren beim Serienmeister? „Das kann ich nicht sagen“, erzählte Verteidiger Alex Trivellato.
Zumindest waren es die ersten drei Punkte seit langer Zeit. Zuletzt gelang den Berlinern das am 15. September, also vor über einem Monat. „Wir haben in den Ecken härter gekämpft und gradliniger gespielt“, sagte Trivellato. Allerhand Unzulänglichkeiten gab es dennoch. Aber dass der Weg aus der Krise nicht mal eben so zu meistern ist, darauf waren die Eisbären vorbereit. Wichtig war Trainer Jeff Tomlinson, eine Reaktion zu sehen nach den motivationsarmen Auftritten zuvor. Und gesteigerten Willen konnte er allen bescheinigen. „Der Kampfgeist war gut“, so der Coach.
Spielerisch haperte es jedoch, Pucks wurden von Zeit zu Zeit ins Nichts gespielt, Laufwege harmonierten nicht, ab und an kam Hektik auf. Gegen die schwachen Freezers, die den letzten Platz übernommen haben, machte das nichts aus. „Wir haben nicht überzeugend gespielt, aber es war ein Sieg für die Moral“, sagte Verteidiger Casey Borer. Allen war die Erleichterung anzusehen nach zuvor sieben Niederlagen in neun Spielen. Tomlinson: „Ich hoffe, dass wir das Gefühl mitnehmen und etwas aufbauen können.“
München mit großen Plänen
Im Zeichen des Aufbaus steht die Saison auch in München. Dort hat Getränkehersteller Red Bull im Sommer den Klub übernommen und ihn gleich mit einem riesigen Etat von 13 Millionen Euro ausgestattet, der den einst finanzschwachen Klub zum absoluten Krösus der Liga macht. Als Trainer fungiert Pierre Pagé, der bereits angekündigt hat, dass er mit Red Bull München die Eishockeywelt verändern will. Jener Pagé, der von 2002 bis 2007 die Berliner betreute und ihre große Zeit einleitete.
Zum ersten Mal stehen die Eisbären Pagé in der DEL gegenüber, München gilt dabei als favorisiert (17.45 Uhr, Servus TV). Doch problemlos waren die ersten Wochen auch dort nicht, der als Choleriker bekannte Pagé warf seinen ausländischen Profis bereits eine Urlaubermentalität vor. Heldentaten gab es auch in München nicht.
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