Einige trugen Sonnenbrillen, um die Spuren der kurzen Sonnabendnacht zu verwischen. Andere wiederum hatten keinerlei Probleme mit der frühen Uhrzeit am Sonntagvormittag, das Bier aus Plastikbechern schmeckte schon. Die Fans wollten sich alles möglichst so herrichten wie sonst, wenn sie die Mannschaft des EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) unterstützen. Diesmal nur eben beim Training. Trommeln gehören dazu, Fahnen und auch Bier. Zusammen ergibt das ordentliche Stimmung.

Empfindlich gelitten hatte die zuletzt bei den Eisbären. Nicht wegen der Ergebnisse in der Viertelfinal-Serie über maximal sieben Partien gegen die Hamburg Freezers, dort steht es 1:1 nach Siegen, am Montag geht es in Berlin weiter (19.30 Uhr, O2 World). Die Geschäftsführung will die Preise für Dauerkarten erhöhen und ging verbal etwas zu rustikal vor, der harte Kern des treuen Anhangs fühlt sich nun unerwünscht. 3000 Fans verließen beim ersten Heimspiel die Arena und hinterließen ein Stimmungstief. Um sich dennoch hinter die Mannschaft zu stellen, kamen nun gut 1000 von ihnen zum Training. Die Arbeitsatmosphäre litt darunter nicht. „Sie waren so nett, zur richtigen Zeit ruhig zu sein“, sagte Trainer Don Jackson.

Ursprünglich hatte das Training in einer kleinen Nebenhalle im Sportforum stattfinden sollen, aus Sicherheitsgründen wurde es aber in den Wellblechpalast verlegt. Dazu musste extra ein Nachwuchsspiel verkürzt werden. „Es ist uns allen sehr schwer gefallen, am Mittwoch aus der Halle zu gehen und nicht mit nach Hamburg zu fahren. Das ist jetzt ein Zeichen, dass wir alle zu 100 Prozent hinter der Mannschaft stehen“, sagte Marco Reuter, einer der vielen Anhänger. Dass jemals mehr Fans bei einem Training der Berliner gewesen waren, dessen konnte sich niemand entsinnen.

Neue Gespräche mit den Anhängern

Ihr Programm spulte die Mannschaft dennoch weitgehend normal runter. „Wir sind schon bei der Sache gewesen“, sagte Verteidiger Constantin Braun. Bei den Ansagen des Trainers mussten alle ein bisschen enger zusammenrücken, um alles zu verstehen. Aber die Nähe kann ja auch das Teamgefühl stärken.

Der Klub nutzte sogar die Anwesenheit der Fanbeirats-Mitglieder und setzte die Gespräche zur Lösung des Konflikts fort. Da es noch keine konstruktiven Vorschläge des Vereins gab, sind auch für das Spiel am Montag Proteste geplant. Diesmal wollen die Fans aber in der Halle bleiben, doch ohne Stimmung zu erzeugen.

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