Nach über zwei Jahren ist Eisbären Verteidiger zurück im deutschen Nationalteam. Dort spielte er voher eine untergeordnete Rolle - das soll sich nun ändern. Nach zwei Jahren hat Pat Cortina, der neue Bundestrainer, den Verteidiger vom EHC Eisbären wieder ins Aufgebot geholt. Auch Abwehrkollege Frank Hördler und Torhüter Rob Zepp sind vom Meister dabei.

Nationalspieler stehen mehr im Fokus als andere. Nicht nur bei Fans, besonders betrifft das auch die Dopingkontrolleure. Kaum war Jens Baxmann also in München abgekommen, gab es den ersten Kontakt. Nicht beim Training der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, nein, abends um 21 Uhr im Hotelzimmer kam der Kontrolleur vorbei. Aber was soll’s, Baxmann nimmt das sehr gelassen.

Weil er sich einfach nur freut, „nach langer Zeit wieder dabei zu sein“, wenn die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) von Freitag bis Sonntag auf Kanada (19.30 Uhr), die Schweiz (16.30 Uhr) und die Slowakei (16.45 Uhr, jeweils Sport1) trifft. Nach über zwei Jahren hat Pat Cortina, der neue Bundestrainer, den Verteidiger vom EHC Eisbären wieder ins Aufgebot geholt. Auch Abwehrkollege Frank Hördler und Torhüter Rob Zepp sind vom Meister dabei.

Neue Chance durch Cortina

Als Cortina neuer Bundestrainer wurde, löste das keine Euphorie aus. „Im Hinterkopf war vielleicht drin, dass es eine neue Chance sein könnte“, sagt der 27-Jährige. Baxmann wurde meist selten berücksichtigt, obwohl er bei der Mannschaft spielt, die in den vergangenen acht Jahren sechs Titel gewann und dort ein wichtiger Part in der Defensive ist. „Man lernt, damit umzugehen“, sagt er. Wenn zuletzt Nominierungen anstanden, kam bei ihm kaum mehr Enttäuschung auf, wenn er nicht dabei war.

Ein bisschen paradox erscheint sein Schicksal. Hochdekoriert mit dem Klub, aber kein Thema im Nationalteam. Bei den Eisbären haderten sie oft, wenn Baxmann mal wieder übergangen wurde, er selbst verstand das auch nicht immer. Aber eines weiß er inzwischen: „Ständig im Finale zu stehen, ist nicht unbedingt ein Vorteil.“ Spieler von Klubs, die früh ausscheiden, sind immer lange dabei, wenn sich die Mannschaft auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Sie können viel gemeinsam einstudieren, und Trainer rücken ungern von eingespielten Teams ab. „Das macht es dann schwer, da spät noch reinzukommen“, sagt Baxmann. Wie zum Beweis seiner These liegt sein letzter DEB-Einsatz genau in der Vorbereitungszeit auf die WM 2010. Damals schied der EHC überraschend im Viertelfinale aus, Baxmann bestritt fast das gesamte Trainingscamp. Kurz vor der WM wurde er dennoch vom damaligen Bundestrainer Uwe Krupp aussortiert.

Bei Kölliker und Krupp außen vor

Warum, das weiß er nicht genau. „Es wird einem ja immer mitgeteilt, dass alles super war. Da ist es schwer, daraus etwas zu schlussfolgern“, sagt der Verteidiger. Krupps Nachfolger Jakob Kölliker lud ihn zwar zum B-Team ein, da aber musste er absagen wegen Verletzung. Im A-Kader spielte Baxmann auch bei Kölliker keine Rolle. Nur zweimal durfte er insgesamt am Deutschland Cup teilnehmen, einmal beim Swiss Cup. Acht Länderspieleinsätze stehen in der Statistik. „Da muss ich mal nachfragen, die Spiele von der WM-Vorbereitung 2010 fehlen dort.“ Er lacht.

Bei den Eisbären muss Baxmann nicht auf Zahlen achten. Dort ist er der Ruhepol, gemeinsam mit Hördler bildet er das defensive Gewissen der Mannschaft. „Er hat seine Sache immer vernünftig gemacht. Ich freue mich, dass er eine neue Chance hat“, sagt EHC-Manager Peter John Lee. Auch internationale Erfahrung bekommt Baxmann reichlich bei den Berlinern, mit ihnen spielte er Champions League, gewann die European Trophy und steht mit dem EHC dort im Dezember wieder im Finalturnier. „Wir haben viel erlebt, gerade an Drucksituationen“, sagt Baxmann, der auch torgefährlich sein kann. Er weiß, wie man Spiele herumreißt. Profis wie er sind prädestiniert für heikle Aufgaben wie die Olympia-Qualifikation im Februar. Für dieses Turnier will er sich nun empfehlen.

Defensiv-System liegt Baxmann

Welche Rolle für ihn vorgesehen ist, kann er noch nicht genau sagen. „Der Trainer macht sich einen Eindruck von allen und wir nehmen das System durch, das er spielen will“, erzählt Baxmann. Es ist defensiv geprägt, das liegt ihm. Überhaupt wirkt der neue Bundestrainer auf ihn sehr angenehm. „Er ist kommunikativ und emotional“, sagt Jens Baxmann. Wirklich wichtig ist für ihn aber nur, dass die Zeit bis zur nächsten Berufung in die Nationalmannschaft nicht so lang wird wie zuletzt.