Eishockey

Eisbären laufen in pinkfarbenen Laibchen auf

Die Eisbären Berlin werden am Freitag gegen die Hannover Scorpions in pinkfarbenen Trikots spielen. Mit dieser Aktion unterstützt das Spitzenteam der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Susan G. Komen-Stiftung Deutschland, die die Farbe Pink als Symbolfarbe benutzt.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Blau, Rot oder Weiß, dies sind die Trikotfarben der Berliner Eisbären. Am Freitagabend gegen die Hannover Scorpions werden die Spieler von Don Jackson aber erstmalig Jerseys in Pink tragen. Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein Werbegag oder eine schlechte Marketingstrategie aussieht, ist auf den Zweiten aber ein wichtiger Hinweis darauf, dass das Leben manchmal von Krankheiten wie Brustkrebs bedroht werden kann: Jan-Olav Straakholder kennt die genauen Hintergründe der pinken Trikots.

Video: BMO
Beschreibung anzeigen

Es gab in der Vergangenheit des EHC Eisbären Trikots, die bis heute nicht als besonders gelungen gelten. Sie waren knallgelb, lila oder mintgrün. Eigentlich, so dachte man, wären solche Modesünden längst überwunden. Wer am Freitag in die O2 World kommt, könnte jedoch einen Rückfall vermuten. Denn der deutsche Eishockeymeister läuft gegen die Hannover Scorpions in pinkfarbenen Laibchen auf.

Die Idee dazu kam sogar aus der Mannschaft. „Mir gefallen die Trikots“, sagt Kapitän Stefan Ustorf. Doch es geht weniger um die Farbe, sondern um die Sache. Rosa steht für den Kampf gegen den Brustkrebs, dort engagiert sich der 38-Jährige. „Vergangenes Jahr habe ich mit rosa Schlägern angefangen. Diesmal wollten wir es erweitern und haben uns in der Kabine Gedanken gemacht“, erzählt der Stürmer. Heraus kam, dass die Mannschaft an einem Tag im Oktober, in dem weltweit viele Aktionen stattfinden, in diesen Trikots spielen wird. Die Partie gegen Hannover haben sich die Eisbären ausgesucht, weil sie im Fernsehen übertragen wird und das Anliegen so noch besser transportiert werden kann (19.05 Uhr, Sky).

Ustorf möchte, dass über das Thema geredet wird, dass es Aufmerksamkeit erhält. „Die Botschaft dahinter ist, Frauen daran zu erinnern, sich regelmäßig testen zu lassen“, sagt Ustorfs Frau Jodi. Sie weiß sehr genau, wovon sie redet. Sie kennt das Leid, die Sorgen, die Ungewissheit, die mit der Krankheit einhergehen, aus eigener Erfahrung. Vor zehn Jahren wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, ihre Schwester und ihre Mutter litten ebenfalls darunter. „Ich werde das nie vergessen und ich denke immer an die Frauen, die das durchmachen“, erzählt Jodi Ustorf. In ihrer Heimat, den USA, gibt es seit vielen Jahren unzählige Aktionen im „Pinktober“, quer durch alle Sportarten und Altersklassen. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem Susan G. Komen e.V. möchte sie nun auch in Deutschland ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die Vorsorge bei dieser Krankheit ist.

Aktionen wie diese und die Unterstützung des Komen-Vereins, erzählt Jodi Ustorf, hätten ihr damals Kraft gegeben, Mut und Hoffnung. Deshalb will ihr Mann seine Popularität nutzen und etwas zurückgeben. Er fühlt sich dazu ein bisschen verpflichtet. Genau wie Denis Pederson. Corinne, die Frau des Teamkollegen, litt ebenfalls an Brustkrebs. „Ich bin Stefan dankbar für seine Idee und den Eisbären für die Unterstützung“, sagt Pederson. Am Dienstag brachte seine Frau das dritte Kind der beiden zur Welt. „Das ist ein positives Beispiel dafür, wie man den Krebs bei einer frühen Erkennung besiegen kann“, erzählt der Stürmer.

Die rosa Trikots der Eisbären, die später versteigert werden, sollen helfen, offener mit dem Thema umzugehen. „Damit die Zahl der Erkrankungen sinkt“, sagt Jodi Ustorf. In der Arena wird die Aktion auf großen Widerhall stoßen, zahlreiche Fans kündigten an, mit pinkfarbenen Accessoires zu erscheinen. Aber Stefan Ustorf denkt noch größer: „Mein Ziel ist es, irgendwann die ganze DEL einzubeziehen.“ Vielleicht tragen bald alle Teams im Oktober die rosa Schleife auf dem Trikot.