Eishockey

Eisbären verteidigen die Tabellenspitze

Der EHC Eisbären hat zu Hause den Verfolger Wolfsburg 5:4 besiegt. Sven Felski erkämpft den entscheidenden Treffer. Nach dem siebten Sieg in den vergangenen acht Partien behaupten die Berliner damit die Tabellenführung.

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Mehr Eisbär als Daniar Dshunussow kann man kaum sein. Der Torhüter wurde in Berlin geboren, begann in Hohenschönhausen mit dem Eishockey, durchlief alle Altersklassen bei seinem Heimatklub und durfte sogar zwei Meisterschaften feiern. Letzteres jedoch nur als Ersatzmann. Zu mehr reichte es für ihn nicht bei den Eisbären, weshalb es der 24-Jährige anderswo probierte. Und sich sehr gut entwickelte. Als er am Freitag mit den Grizzly Adams Wolfsburg nach Berlin kam, tat er das als statistisch bester Torhüter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Entsprechend groß waren seine Ambitionen auf einen Sieg in diesem für ihn emotional aufgeladenen Spiel. Doch Dshunussow muss weiter warten, die Eisbären gewannen vor 14.100 Zuschauern in der O2 World mit 5:4 (3:0, 1:3, 1:1).

Trotz seiner Position in der Torhüterwertung ist Dshunussow nicht die Nummer eins bei den Wolfsburgern. Er teilt sich den Job mit Jochen Reimer, einem ebenso jungen und ebenso guten Goalie. Beide führen die Statistik gemeinsam an. Was nicht nur Ausdruck ihrer Klasse, sondern auch Ausdruck der Stärke ihrer Mannschaft ist. Die Wolfsburger beherrschen das Defensivspiel sehr gut, gehören zu den läuferisch besten Teams der Liga und zu jenen, die offensiv überaus ansprechend agieren. So setzten sich die Niedersachsen für eine ganze Weile an der Spitze der Tabelle fest. Erst am vergangenen Wochenende wurden sie von dort verdrängt, und zwar vom EHC Eisbären. Die Gelegenheit, sich die Führung zurückzuholen, kam also schnell.

Den Anschein, dass dies gelingen könnte, hatte es jedoch lange nicht. In den vergangenen Wochen hatten sich die Eisbären nämlich gefangen, ihre spielerische Sicherheit nahm stetig zu und die Chancen der Gegner ab. Das zeigte sich auch in der Toppartie der DEL, in der vor allem die Eisbären spitze waren. Zunächst.

Nach 4:0-Führung leichtsinnig

Die Leichtigkeit, mit der sie ihr Programm abspulten, erinnerte an ihre besten Tage. Es wurde kombiniert, als seien die Gäste Staffage. Der Puck bewegte sich übers Eis und wurde nach Belieben im Tor abgelegt. Denis Pederson (10.), Frank Hördler (17.), Derrick Walser (19.) und Daniel Weiß (25.) brachten die Eisbären 4:0 in Führung. Sie spielten so frech und mutig, als könnte ihnen nichts etwas anhaben. Wie es eben lange Jahre das Selbstverständnis der Mannschaft war.

Ganz übertragen ins Jetzt lässt sich das aber doch nicht. Die Eisbären sind nicht mehr jenes Team der Meisterjahre. Trotz der zuletzt deutlichen Steigerung ist die Mannschaft anfällig. Was gegen Wolfsburg sichtbar wurde. Trotz der sicheren Führung verloren die Berliner mit dem ersten Gegentreffer durch Norm Milley (27.) ihre Linie. Die Gäste spürten dies und demonstrierten, warum sie weit vorn stehen. Sie übernahmen die Initiative, waren ihrerseits nur die flinkere Mannschaft mit immer neuen Ideen. Die Eisbären kamen kaum noch hinterher, wirkten unsicher und konnten sogar froh sein, dass sie nach den Toren von John Laliberte per Penalty (30.) und Christoph Höhenleitner (35.) noch mit einem Treffer Vorsprung in die zweite Pause gehen konnten.

Aus der Hand gaben die Berliner die Partie dennoch nicht. Der Effekt der zurückliegenden Spiele war groß genug, die Berliner besitzen wieder ausreichend Selbstvertrauen, um schwierige Situationen zu überstehen. Zwar agierten sie nicht mehr so berauschend wie im ersten Drittel, aber sie spielten kontrolliert. Sven Felski gelang dabei mit einer akrobatischen Einlage das 5:3 (51.). Entschieden war die auf gutem Niveau geführte Partie damit nicht, Wolfsburg kämpfte verbissen und kam durch Höhenleitner wieder heran (56.). Letztlich aber endete es wie immer, wenn Wolfsburg bei den Eisbären vorspielt. Seit Dezember 2004 setzten sich die Berliner daheim stets durch.