14.200 Zuschauer waren am Donnerstagabend gekommen, um den Eisbären im letzten Heimspiel des Jahres gegen DEL-Rekordmeister Adler Mannheim den Rücken zu stärken. Und sie mussten die Anreise durch das winterliche Berlin nicht bereuen. Ihr Team, das zuletzt in der O2 World zweimal verloren hatte, bescherte den Fans einen Jahresausklang nach Maß. Die Partie war nicht hochklassig, aber die Eisbären legten gegen Ende noch einmal zu und gewannen verdient 4:3 (0:1, 1:1, 3:1).
Die Eisbären taten sich wohl auch deshalb über weite Strecken schwer, weil fünf Stammspieler fehlten, die Verletzten Jeff Friesen (Gehirnerschütterung) und Richie Regehr (Knieverletzung), sowie Laurin Braun, der bei der U20-WM in den USA spielt. André Rankel und Florian Busch waren nach ihren jeweils dritten Disziplinarstrafen beim 5:2 Auswärtssieg zuvor in Nürnberg gesperrt. So begann die Partie auch mit mehr Arbeit für Eisbären-Goalie Rob Zepp, als es Coach Don Jackson lieb gewesen sein dürfte. Als sich das Spiel der Berliner dann doch stabilisierte, blieben zwei Strafzeiten der Gäste aber ungenutzt, was sich prompt rächte. Die Adler wagten sich wieder nach vorn und Scott King durfte unbedrängt dem unbedrängten Francois Methot auflegen, der ließ Zepp aus Nahdistanz keine Chance – 0:1 (18.).
Christensens Rückkehr zahlt sich aus
Im zweiten Viertel machte sich vorerst bezahlt, dass Mads Christensen der wegen mehrerer Gehirnerschütterungen zwei Monaten pausiert hatte, erstmals wieder im Eisbären-Kader war. Bei der dritten Mannheimer Strafzeit fand ein Pass des Dänen Derrick Walser, dessen Schlagschuss zum 1:1 im Netz der Adler landete (27.). Die Berliner hätten bei zwei weiteren Überzahlspielen sogar in Führung gehen können, dies aber taten erneut die Gäste, als Sven Felski die erste Berliner Strafzeit verbüßte – 1:2 durch Craig Mac Donald (37.).In einem Schlussdrittel, in dem sich die Hausherren deutlich steigerten, erzielte Jim Sharrow gleich zu Beginn den Ausgleich (2:2/43.). Dann führten die Eisbären erstmals durch Steve Walker (49.), kassierten aber postwendend nach Solo von Sven Butenschön das 3:3 (50.).
Felski muss als Verteidiger aushelfen
Für den versöhnlichsten aller Jahresausklänge sorgte Chris Hahn mit dem Siegtreffer zum 4:3 sieben Minuten vor Schluss. Für Sven Felski (36), der seine 18. Saison für die Eisbären spielt und am Donnerstag als Verteidiger aushelfen musste, endete ein Jahr, das einige Überraschungen bereit hielt. „Wir haben in der letzten Saison die Liga nach Belieben dominiert und dann beim frühen Aus gegen Augsburg gesehen, dass es im Play-off bei Null losgeht, was einem ja sonst nie einer glaubt“.
Dafür startete sein Team mit einem Erfolg in die neue Saison, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war: „Dass wir die European Trophy gewinnen, den Schwedischen, den Finnischen und den Schweizer Meister schlagen, kam doch schon sehr überraschend.“ Den Start in die DEL erinnert Felski als „durchwachsen. Aber mit dem dritten Platz sind wir nicht unzufrieden. Wir müssen uns jetzt oben festbeißen“. Dazu wäre natürlich hilfreich, wenn die Eisbären, mit neun Siegen auf fremdem Eis das erfolgreichste Auswärtsteam der Liga, auch zu Hause mehr punkten würden. Der Sieg am Donnerstag war erst der neunte in bislang 16 Spiele in der O2 World. „Es macht einfach Spaß, immer vor knapp 14.000 Fans zu spielen. Schon allein für die müssen wir aufhören, die Punkte liegen zu lassen“, sagt Felski.
tb



