Dass die Mannschaft des EHC Eisbären über eine ausgeprägte Kondition verfügt, ist bekannt. Nicht minder ausdauerstark zeigte sich am Ostermontag auch das Publikum der Berliner. Mehrere Runden schaffte La Ola durch die O2 World. Nur ein kleiner Haufen im Oberrang versagte standhaft das Mitwirken. Aber was sollten die in Gelb-Rot auch tun? Es war ein Nachmittag in Blau-Rot-Weiß. Die Eisbären gewannen das dritte Finalspiel gegen die DEG Metro Stars mit 5:1 (1:1, 4:0, 0:0).

2:1 für den Titelverteidiger

Gut möglich, dass die Berliner ihre Mannschaft in der mit 14.200 Zuschauern ausverkauften Arena zum letzen Mal in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei einem Spiel bejubeln konnten. Nach dem Sieg steht es in der „Best of five“-Serie 2:1 für den Titelverteidiger. Schon am Mittwoch können die Eisbären mit einem weiteren Erfolg in Düsseldorf ihre vierte Meisterschaft erringen (19.30 Uhr, Premiere live).

Nach einem entscheidenden Heimspiel am Freitag steht der Mannschaft der Sinn verständlicherweise nicht. „Ich will nicht, dass das Licht in der O2 World noch einmal für uns angeschaltet werden muss“, sagte Stürmer André Rankel nach der Partie, die mit dem klarsten Resultat der bisherigen drei Duelle endete (zuvor 3:2, 1:3). Die Düsseldorfer mussten sogar ihre höchste Niederlage in diesem Play-off hinnehmen.

Völlig egal war das Harold Kreis. „Die Höhe der Resultate spielt im Play-off keine Rolle“, sagte der DEG-Trainer. Sein Berliner Kollege Don Jackson fand sogar, dass das Ergebnis wenig über das Spiel aussagt. „Wir hatten etwas Glück bei unseren Toren“, so der 52-Jährige.

Zuletzt in Düsseldorf war es anders gewesen. Die Eisbären dominierten zwei Drittel lang, versäumten es aber, dies auszunutzen. Am Ostermontag spielten die Berliner, bei denen Alexander Weiß wegen eines Infektes fehlte, effizienter. Obwohl es im ersten Abschnitt noch Probleme gab. Nachdem Nathan Robinson zum 1:0 getroffen hatte (2.), leitete ein Fehler von ihm das Gegentor durch Brandon Reid ein (16.).

Ende im Schongang

Fortan brachten die Eisbären mehr Zug in ihr Spiel, steuerten konsequenter das Tor des Gegners an und achteten weniger darauf, ob das auch gut aussieht. „Die Schere ging auseinander“, sagte Kreis. Die Positionen wurden besser gehalten von den Eisbären, sie liefen mehr und die Pässe kamen an. „Wir haben versucht, als Erste an die Pucks zu kommen“, so EHC-Verteidiger Brandon Smith.

Genau andersherum verhielt es sich bei der DEG, die aufgrund der besseren Defensivarbeit der Eisbären kaum noch zu ihrer Lieblingsbeschäftigung – dem Kontern – kam. Das führte zu einem 4:0 im zweiten Drittel. Stefan Ustorf traf – mit dem von Jackson erwähnten Glück schoss er DEG-Torhüter Jamie Storr von hinten an – in Überzahl (21.), Denis Pederson fälschte einen Schuss von Brandon Smith ab (25.), der nutzte dann einen Abpraller (28.) und Abwehrkollege Andy Roach zielte aus spitzem Winkel sehr genau (30.).

Relativ wertlos wurde daher das letzte Drittel. Jackson schonte einige Spieler und brachte die vierte Reihe vermehrt, Kreis ebenfalls. Beide hatten da schon längst die nächste Partie im Kopf. Für Jackson wird es ein Spiel, das er gewinnen will. Für Kreis eines, dass er nicht verlieren darf. In diesem Fall nämlich gäbe es am Mittwochabend in Düsseldorf weit mehr als nur einen Block im Oberrang, der keine Lust auf die Welle verspürt.