Die Körpersprache sagt sehr viel über die Befindlichkeit von Menschen aus. Insofern gab es interessante Studien beim Spiel zwischen den BR Volleys und ACH Volley Ljubljana: Volleyballspieler, die immer wieder mit dem Kopf schüttelten. Ein Trainer am Spielfeldrand, der fassungslos mit den Augen rollte, wenn wieder etwas schiefgegangen war. Und ein Geschäftsführer, der beim Ausgang zu den Kabinen am Tribünengestänge lehnte, während sich sein Gesichtsausdruck immer mehr verfinsterte. Es handelte sich um die Berliner Spieler, ihren Coach Mark Lebedew und Kaweh Niroomand, der beim Klub die Fäden in der Hand hält.
Drei Sätze lang ging das so, denn drei Sätze lang nahmen die Spieler der BR Volleys alle mit auf eine Achterbahnfahrt. „Zwischendurch musste man ganz schön zittern“, meinte Lebedew, nachdem doch noch ein 3:1 (26:28, 25:19, 28:26, 25:16) zum Auftakt in der Champions League gegen den slowenischen Meister geschafft war. Dabei lächelte er vor sich hin. Wahrscheinlich dachte er: „Wenn das schiefgegangen wäre...“
„Das hätte Riesenauswirkungen haben können“, meinte Niroomand, der hinterherschickte: „Ich habe mich heute sehr geärgert.“ Zu den Auswirkungen: Bei einer Niederlage hätten die Berliner bereits einen großen Nachteil gehabt im Kampf um Platz zwei in ihrer Vierergruppe, der das Weiterkommen garantiert. Bekanntlich wollen sich die Berliner um die Austragung des Final Four im März 2015 bewerben. Bekämen sie den Zuschlag (was wahrscheinlich ist), wären sie direkt für die Vierer-Endrunde qualifiziert. Voraussetzung: Überstehen der Gruppenphase.
Geärgert hat sich Niroomand nicht nur darüber, dass dieses Unternehmen schon auf der ersten Etappe in Gefahr geriet. Insgesamt war er mit der Leistung der Mannschaft nicht einverstanden. „Es mangelte an Durchschlagskraft und die Abstimmung zwischen allen Mannschaftsteilen muss besser werden“, mahnte er. Es ist noch ein weiter Weg zur Bestform. Jetzt treffen die Berliner in der Bundesliga erst einmal am Sonnabend (18.30 Uhr, Schmeling-Halle) auf den CV Mitteldeutschland.
seb





