Volleyball

Meister BR Volleys verschenkt den Erfolg in Friedrichshafen

Vieles deutete auf einen souveränen Erfolg der BR Volleys beim Erzrivalen in Friedrichshafen hin. Doch statt des Sprunges an die Tabellenspitze setzte es trotz einer 2:0-Satzführung eine bittere Niederlage.

Foto: Felix Kästle / dpa

Der letzte Punkt war wie ein Hohn: Mit einem Ass verwandelte Simon Tischer den Matchball für den VfB Friedrichshafen zum 3:2 (16:25, 18:25, 25:15, 25:20, 15:9) gegen die BR Volleys. Ausgerechnet mit einem direkten Aufschlagpunkt. Bis dahin hatten die Schwaben 28 Fehlaufschläge produziert, ihre größte Schwäche in diesem Spitzenspiel der Volleyball-Bundesliga. Doch dafür schafften sie es, mit Konzentration und großem Kampfgeist eine verloren geglaubte Partie zu drehen. „Friedrichshafen hat ab dem dritten Satz seine Chancen besser genutzt und ruhiger gespielt“, erkannte Berlins Trainer Mark Lebedew an.

Eine Stunde lang sah es anders aus. Der Deutsche Meister schlug mit imponierender Härte und Präzision auf und nutzte den daraus resultierenden Druck zu einer 2:0-Satzführung. Block und Feldabwehr schienen unüberwindbar zu sein. Vielleicht lag es an ihrer großen Dominanz und der Sicherheit, schon einmal einen Punkt sicher zu haben, dass die BR Volleys zu Beginn des dritten Satzes nachließen und damit ihren Gegner stärkten. Angeführt vom immer sicherer werdenden Zuspieler Tischer, Mittelblocker Max Günthör und dem pfiffigen Niederländer Maarten van Garderen (19 Punkte) übernahmen sie die Kontrolle. Die Fehler, die zuvor den Gastgebern unterlaufen waren, machten nun Robert Kromm und Kollegen. Ständig liefen sie Rückständen hinterher. Wenn sie einmal auf gutem Wege schienen, auszugleichen, brachten Unkonzentriertheiten sie um den Erfolg.

„Berlin hat anfangs fast alles getroffen“, sagte VfB-Trainer Stelian Moculescu, „aber wir sind geduldig geblieben.“ Bis der Meister nachließ, im Block riesige Lücken klafften und der zuvor so treffsichere Paul Carroll (19 Punkte) auch nicht mehr durchkam mit seinen Schmetterschlägen. Lebedews viele Wechsel brachten nicht den gewünschten Erfolg. „Wir sind noch nicht so weit, wie wir sein müssten“, erkannte der Australier, dem die Sorgen anzusehen waren. Denn am Donnerstag (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) wartet die erste schwere Aufgabe in der Champions League gegen Ljubljana.