Volleyball

BR Volleys wollen nun auch in der Champions League angreifen

Jetzt wollen die Berliner auch in Europa mehr Furore machen: mit dem Erreichen und der Ausrichtung des Final Four, des Turniers der vier besten Teams auf dem Kontinent. Ein ehrgeiziges Vorhaben.

Foto: Sport Moments / pa

Es ist natürlich schön, wenn man drei Jahre in Folge Deutscher Meister geworden ist. Aber, so ist das nicht nur im Sport, gleichbleibender Erfolg kann in der öffentlichen Wahrnehmung auch schon mal als langweilig empfunden werden. Deshalb haben sich die BR Volleys, seit drei Jahren dominierende Kraft im deutschen Vereinsvolleyball, ein höheres Ziel gesetzt. „Wir mussten neue Reize, eine größere Konkurrenzsituation in unserer Mannschaft schaffen“, erklärt Geschäftsführer Kaweh Niroomand die Veränderungen im Team. Dahinter steht: Die Berliner Serienmeister wollen jetzt in Europa einen Schritt nach vorn machen.

Konkurrenzsituation erhöht

Deshalb wurden neue Spieler verpflichtet, die auf scheinbar fest vergebenen Schlüsselpositionen den Druck auf die Etablierten erhöhen. Libero Martin Krystof erhält Konkurrenz durch US-Nationalspieler Erik Shoji, die Außenangreifer Robert Kromm und Scott Touzinsky durch den Italiener Francesco de Marchi, Diagonalangreifer Paul Carroll durch den deutschen Routinier Christian Dünnes. Im Mittelblock wurde der nach Polen zurückgekehrte Serbe Srecko Lisinac durch den Holländer Rob Bontje ersetzt, einen international sehr erfahrenen Mann. „Wir sind jetzt viel variabler“, sagt Kromm, der findet, dass die Mannschaft stärker geworden ist: „Und jeder will jetzt dem Trainer bei jeder Übungseinheit beweisen: Setz auf mich, ich bin dein Mann.“

Trainer Mark Lebedew ergänzt: „Wir wussten, wir mussten uns auf allen Ebenen verbessern, wenn wir eine Mannschaft haben wollen, die auf Final-Four-Niveau spielen kann.“ Da ist das konkrete Ziel, das sich die BR Volleys gesetzt haben. Zum ersten Mal wollen sie sich für das Turnier der vier besten Teams auf dem Kontinent qualifizieren. Und als erster deutscher Verein wollen sie es auch ausrichten. Was die Qualifikation stark vereinfachen würde. Überstehen die BR Volleys ihre Vorrundengruppe mit dem polnischen Favoriten Asseco Resovia Rzeszow, Ach Volley Ljubljana (Slowenien) und Budvanska Budva (Montenegro) als Erster oder Zweiter und bekommen vom europäischen Verband CEV den Zuschlag, ersparen sie sich den beschwerlichen Weg über die K.o.-Runde.

International sind die Berliner schon hoch angesehen

Die Berliner sind zuversichtlich, dass sie sich gegen die bisher bekannte Konkurrenz aus Russland und Italien durchsetzen würden. Die BR Volleys gewannen zuletzt zwei CEV-Preise für Organisation und Medienarbeit. „Berlin hat international einen hohen Stellenwert“, sagt Lebedew; mit ihrem Zuschauerschnitt von knapp 5000 ist die Stadt Spitze in Europa. Doch vor dem Start in die Champions-League-Saison am 6. November gegen Ljubljana muss sich der Meister zunächst in der Bundesliga bewähren. Sein erstes Spiel bestreitet er am 18. Oktober in Dresden. Ziel in diesem Wettbewerb ist natürlich die Verteidigung des Titels. Denn Sportlern, auch das ist bekannt, wird es nie langweilig, die Besten zu sein.