Volleyball

3:1 - BR Volleys gelingt erneut das Meisterstück

Zum dritten Mal in Folge ist das Berliner Team deutscher Volleyball-Meister. Beim VfB Friedrichshafen am Bodensee sicherten sich die BR Volley im vierten Playoff-Duell den nötigen dritten Sieg.

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Alle wollten Robert Kromm drücken. Paul Carroll war der Erste. Oder war es Srecko Lisinac? Egal, alle kamen an die Reihe. Der 30-jährige Star der BR Volleys hatte den Matchball zum 3:1 (23:25, 25:17, 25:17, 26:24)-Erfolg seiner Mannschaft im vierten Spiel der Finalserie um die deutsche Volleyball-Meisterschaft beim VfB Friedrichshafen verwandelt. Und damit den Titelkampf entschieden, auch die Serie nach dem Modus „Best of five“ geht mit 3:1 an den Titelverteidiger. Flugs hatten alle Berliner Spieler die orangenen T-Shirts mit dem Aufdruck „Deutscher Meister 2014. Three in a Row“ übergezogen. Dreimal in Serie den großen Rivalen vom Bodensee ausgestochen – der Wachwechsel ist damit vollzogen, alle Zweifel sind ausgeräumt. Obwohl Anfang März der Pokalsieg noch an den VfB gegangen war. „Glückwunsch an Berlin“, sagte Stelian Moculescu, Trainer des unterlegenen Finalgegners, „sie sind der verdiente Meister.“ Mehr Lob vom Bodensee geht nicht.

Spieler feiern mit ihren Fans

Klaus-Peter Jung, Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), überreichte anschließend die Goldmedaillen an das Team und seinen Erfolgstrainer Mark Lebedew, der in seinen vier Jahren in der Verantwortung jedes Mal das Finale mit den BR Volleys erreichte und es nun auch dreimal gewonnen hat. Und die Meisterschale. Da waren die ersten Siegerbiere schon getrunken. Anschließend spritzte auch Sekt aus zwei Flaschen, ausgeschüttet über jeden, der nicht schnell genug weg war. Die neuen und alten Deutschen Meister feierten mit rund 50 Fans, die die Reise in die ZF-Arena in Friedrichshafen mit angetreten haben. Sie sind es ja schon gewohnt, dass ihre Lieblinge den Titel in der Fremde gewinnen. Im Vorjahr war es so am Bodensee geschehen und im Jahr davor bei Generali Haching.

Berlins Geschäftsführer Kaweh Niroomand strahlte. „Wie Bayern im Fußball Dortmunds dritten Titel verhindern wollte, hat das Friedrichshafen auch versucht“, sagte er, „dass wir es aber geschafft haben, erfüllt mich mit großem Stolz.“ Aus den Gewinnern sprach auch viel Erleichterung. Wie aus Kromm: „Ich bin ja erst die zweite Saison in Berlin, und ich muss sagen: den zweiten Titel zu gewinnen, ist viel schwerer als den ersten.“ Felix Fischer hatte es so kommen sehen: „Ich wusste, die brechen irgendwann ein.“

Doch bis es dazu kam, war es ein langer Weg. Der VfB war gezwungen, eine personelle Veränderung vorzunehmen. In den ersten drei Finalspielen hatte Jan Zimmermann den Part des Stellers übernommen, weil den Stammzuspieler Nikola Jovovic eine Bauchmuskelzerrung bremste. Nun musste der Serbe ran, weil der junge Deutsche sich im Training am Dienstag eine Handgelenkverletzung zugezogen hatte. Eine Schwächung war das nicht – eher eine Stärkung. Die Gastgeber machten von Beginn an den Eindruck, dass sie ein fünftes Spiel in Berlin erzwingen wollten.

Teamgeist wiedergefunden

Und tatsächlich legte er vor. Angeführt von Ventceslav Simeonov, der zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt wurde, gewann Friedrichshafen den ersten Satz nach hart umkämpften 28 Minuten. Doch die BR Volleys haben in dieser Finalserie ja schon häufig bewiesen, dass sie sich von Rückschlägen nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen. In Satz zwei legten sie schnell eine Fünf-Punkte-Führung vor und hielten diesen Vorsprung nicht nur, sondern bauten ihn sogar aus. Besonders ihr herausragender Kapitän Scott Touzinsky spielte jetzt sehr gefährlich und klug, punktete zuverlässig für die Berliner.

Der VfB verlor nun völlig seinen Faden und Rhythmus und fand keine Antworten auf die Angriffe der Berliner. Dieser Satz war nach nur 22 Minuten beendet. Der von BRV-Trainer Mark Lebedew für Srecko Lisinac eingewechselte Fischer erwies sich als enorme Verstärkung. „Es war schön, noch einmal so viel beitragen zu können“, sagte der Mittelblocker.

Und es ging so weiter. Auch Satz drei ging an den Deutschen Meister. Im vierten wehrte sich der VfB noch einmal nach Kräften, führte sogar 14:8. Aber dann kämpften sich die Berliner erneut zurück. Als der VfB bei 24:22 zwei Satzbälle vergab, so Fischer, „war klar: Die sind durch.“ Lebedew war „mit dem Kopf schon im fünften Satz, aber wir haben es gedreht, irgendwie.“ Dann sagte er: „Wir haben nach dem verlorenen Pokalfinale eine Weile gebraucht, unseren Teamgeist wiederzufinden. Das ist uns erst gelungen zwischen dem ersten und zweiten Finalspiel.“ Das erste Finale hatten die Berliner daheim verloren, alle weiteren gewonnen.

Als Lebedew das analysierte, machten seine Spieler auf dem biernassen Boden der ZF-Arena Bauchrutschen. Es war schon klar: Die Meisterfeier würde schön. So wie vergangenes Jahr. Und im Jahr davor.