Volleyball

BR Volleys rechnen am Bodensee mit aggressiven Schwaben

Ein Sieg fehlt den BR Volleys noch zum Meisterschafts-Hattrick. Und geht es nach ihnen, machen sie den Triumph an diesem Mittwoch in Friedrichshafen perfekt. Nur der VfB hat etwas dagegen.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Mark Lebedew hat sehr klare Vorstellungen, was ihn und seine Mannschaft am Mittwochabend (20 Uhr, Livestream bei dvl-live.tv) am Bodensee erwartet. „Sie spielen jetzt um alles oder nichts, werden sehr aggressiv auftreten“, vermutet der Trainer der BR Volleys vor dem vierten Play-off-Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft beim VfB Friedrichshafen, „aber sie werden auch locker sein, denn sie spielen ja zu Hause, vor ihrem Publikum.“ Und das ist immer noch ein Vorteil, auch wenn der bisherige Verlauf der Endspiele das nicht zu bestätigen scheint: In zwei der drei Partien gewann der Gast.

Moral macht den Meister

Berlins Trainer weiß aber auch, wie der Versuch des VfB abgewehrt werden kann, die Serie bis zum Sonntag, bis zu einem möglichen fünften Spiel zu verlängern. Ganz einfach: „Wir müssen dagegenhalten.“ Alle Konzentration auf diese eine Aufgabe richten, nicht an eine weitere Chance denken. Nie aufgeben, wie es beim dritten Spiel aufseiten der Schwaben aussah. „Wir müssen unsere besondere Moral zeigen“, fordert Libero Martin Krystof, „zusammen bleiben auch in schwierigen Situationen. Wir wollen jetzt den letzten Schritt machen.“

Alle Beteiligten sind ein bisschen müde nach drei Spielen innerhalb von sieben Tagen. Die Friedrichshafener vermutlich sogar ein bisschen mehr, denn sie müssen vielleicht erneut ihren Steller Nikola Jovovic ersetzen, den eine Bauchmuskelzerrung quält und der in den vergangenen Tagen nicht mit voller Belastung trainieren konnte. Sein Ersatz Jan Zimmermann macht seine Sache gut – aber bei bisher nur vier Saisoneinsätzen in der VfB-Startformation kann er sie gar nicht so gut machen wie Jovovic. Alle müssen mehr arbeiten, um dieses Manko auszugleichen. Der Bulgare Valentin Bratoev hingegen, am Sonnabend in Berlin nach einem Zusammenprall mit einem Mitspieler benommen ausgewechselt, ist wieder fit.

Im Finale werden die Spiele immer kürzer

Auffällig an der Serie ist, dass die Spiele kürzer wurden. Dauerte das erste noch 2:14 Stunden, war das zweite nach glatten zwei Stunden beendet, das dritte gar nach 1:45 Stunden. Ein Grund dafür war die verbesserte Berliner Quote beim Service: Unterliefen den BR Volleys zum Auftakt noch 21 Aufschlagfehler, waren es in Spiel zwei nur 18 und in der dritten Partie gar nur zwölf. So ist der Wunsch des VfB-Mittelblockers Max Günthör verständlich: „Wir hoffen, dass Berlin im Aufschlag nicht wieder so viel Druck ausüben kann.“

Wenn doch, dürfte die Serie am Mittwoch mit dem sechsten Meistertitel der Berliner enden, dem dritten in Folge. Wenn nicht, hätte Lebedew auch „keine Angst davor, zu Hause in einem fünften Spiel zu gewinnen“. Obwohl niemand weiß, was ihn dort erwartet.