Volleyball

BR Volleys ziehen ins Finale ein und freuen sich auf Osterurlaub

Im Schnelldurchgang haben sich die BR Volleys für die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Der Titelverteidiger besiegte den TV Bühl auch im dritten Halbfinal-Spiel mit 3:1.

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Noch 48 Stunden zuvor hatte sich Robert Kromm kaum vorstellen können, Volleyball zu spielen. Nun stand er da, mit seinem knallblauen Tapestreifen im Nacken, und war sogar zum wertvollsten Spieler des Tages gewählt worden. Erst Akupunktur, Laserbehandlung und Schmerztabletten, jetzt 16 Punkte und eine sehr überzeugende Vorstellung. Seine BR Volleys hatte der 30-Jährige zu einem 3:1 (25:17, 22:25, 25:13, 25:21)-Erfolg gegen den TV Bühl und damit in die Endspielserie um die Deutsche Meisterschaft geführt. Im zweiten Halbfinalduell führt der VfB Friedrichshafen 2:1 gegen Generali Haching. Wen er sich als finalen Kontrahenten wünsche? „Da bin ich emotionslos“, sagte der vorher so leidenschaftlich vorangehende Kromm.

Ende einer stressigen Woche

Worauf sich jetzt alle freuen, nicht nur der 2,12-Meter-Riese, den vor zwei Tagen eine Rückenblockade im Training gestoppt hatte: ein paar Tage frei, kein Oster-Wochenende mit Volleyball. Das hätte gedroht, wenn die wackeren Bühler aus ihrer Rolle als gefährlicher Außenseiter herausgewachsen wären. Und zumindest ein Spiel der Serie nach dem Modus „Best of five“ für sich entschieden hätten. Aber so sehr sie sich mühten, mehr als je ein Satz in Spiel zwei und drei war nicht drin. „Wir haben das gut durchgezogen“, freute sich Kromm, denn das wollte er noch einmal betonen: „Bühl ist ein schwieriger Gegner. Es ist gut, dass wir jetzt vor dem Finale ein bisschen Energie sammeln können.“

Auch Mark Lebedew wollte nicht von einem Spaziergang durch das Play-off-Halbfinale sprechen. „Es war eine stressige Woche“, sagte der Berliner Trainer, „das hat uns viel Kraft gekostet.“ Aber wieder einmal war der Heimvorteil ein Pfund, mit dem seine Mannschaft wuchern konnte. 14 Spiele haben die Berliner in der Schmeling-Halle nun in dieser Saison gegen nationale Konkurrenten absolviert und alle gewonnen. Am Sonntag waren erneut über 5000 Zuschauer gekommen und verwandelten die Arena in den inzwischen bekannten „Volleyball-Tempel“, feuerten ihr Team immer dann an, wenn es nötig wurde.

Lebedew hat im entscheidenden Momente noch Asse im die Ärmel

Speziell im verlorenen zweiten und im vierten Satz war Bühl absolut auf Augenhöhe. „Wir waren etwas ungeduldig in einigen Situationen“, fand Kromm, „und sie haben sich gut auf uns eingestellt.“ Aber als es knapp wurde, hatte Lebedew ein paar Asse im Ärmel, die sein Gegenüber Ruben Wolochin gern gehabt hätte. Der Australier wechselte zunächst Roko Sikiric ein, später Aleksandar Spirovski und schließlich auch noch Felix Fischer, bewiesen, dass sie ihrer Mannschaft jederzeit sehr helfen können.

„Zum Glück haben wir frischen Wind bringen können“, sagte Lebedew über seine Routiniers. Alle drei punkteten ordentlich mit, als Not am Mann war, und Bühl musste sich schließlich der personellen Überlegenheit seines Gegners beugen. Und dem wiedergenesenen Kromm, der den Matchball verwandelte.