Halbfinale

BR Volleys fegen im Eiltempo Bühl aus der Halle

Die Auftaktpartie in der Vorschlussrunde des Play-off dauerte nur 65 Minuten. Die Berliner zeigten sich beim 3:0 in jeder Hinsicht pfiffiger, als der zuvor stärker eingeschätzte Herausforderer.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Es war über weite Strecken meisterlich, wie die BR Volleys in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft starteten. Der Titelverteidiger benötigte vor 4034 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle ganze 65 Minuten, um den TV Bühl im ersten Spiel der „Best of five“-Serie mit 3:0 (25:14, 25:12, 25:19) abzufertigen. Präsentieren sich die Berliner am Mittwoch im Schwarzwald (20 Uhr) erneut so stark, könnten sie den Finaleinzug bereits im Heimspiel am kommenden Sonntag (16 Uhr) klarmachen.

„Wir haben guten, disziplinierten Volleyball gespielt“, freute sich Kapitän Scott Touzinsky. Sein Coach Mark Lebedew lobte: „Wie haben so brutal gut angefangen, davon hat sich der Gegner nie wieder erholt.“ Zudem hatten sein Team und er „viel Zeit zur Vorbereitung“, und anscheinend sei „die Aufmerksamkeit vor einem Halbfinale ein wenig höher.“

Der erste Ballwechsel versprach eigentlich heftigere Gegenwehr der Gäste. Sie wehrten mehrere Angriffe der Hausherren sehenswert ab, bevor Robert Kromm mit einem Lob der erste Punkt dieses Halbfinales gelang. In der Folge zeigte sich aber sehr deutlich, wer der Meister der vergangenen zwei Jahre ist. Aufgaben, Feldabwehr, Blöcke, Zuspiele, Schmetterbälle – in allem, was im Volleyball erfolgreich macht, waren die Berliner überlegen. Beim Stand von 6:0 nahm Gäste-Trainer Ruben Wolochin die erste Auszeit. Der Argentinier bewirkte zumindest, dass sein Team nun auch punktete, wozu auch einige zu riskante Aufgaben durch Kawiko Shoji oder auch Srecko Lisinac beitrugen. Die Fehlerquote der Berliner war allerdings nie so groß, dass sich die Bühler noch Hoffnungen auf den Satzgewinn machen konnten. Der Vorsprung betrug nie weniger als sechs Punkte, Touzinsky beendete den ersten Durchgang nach nur 20 Minuten mit einem Ass.

Nur kurze Hoffnung auf engeres Spiel

Bei den Gästen kam im zweiten Satz auch Björn Höhne zum Einsatz, der 2013 mit den BR Volleys noch die Meisterschaft gewonnen hatte. Er wie auch der Rest seines neuen Teams wissen natürlich, dass der Titelverteidiger der haushohe Favorit in diesem Halbfinale ist. Dennoch hatte Höhne gehofft, dass gerade in diesem ersten Spiel eine Überraschung möglich sein könnte. Beim 6:5 durfte diese Hoffnung im zweiten Satz mal kurz aufleben, dann brach es über die Bühler erneut herein. Wieder überragend: die Blockarbeit. Egal, ob Lisinac mit Touzinsky, Kromm mit seinen stattlichen 2,12 Metern, Tomas Kmet oder manchmal auch Zuspieler Shoji – die Angriffe der Gäste endeten oft schon Zentimeter hinter der Netzkante. Zu den fünf Punkten zu Beginn kamen nur noch sechs weitere bei den Gästen hinzu. Nach wiederum 20 Minuten war erneut Schluss, Lisinac beendete den Satz mit einem Block zum 25:12.

Es lässt sich wohl nur selten vermeiden, dass die Konzentration nachlässt, wenn man so überlegen ist, wie es die Volleys in den ersten beiden Sätzen waren. Jedenfalls kam etwas mehr Bewegung ins Spiel, auch an der Seitenlinie, wo Volleys-Coach Mark Lebedew gestenreich versuchte, die jetzt höhere Fehlerquote seines Teams wieder zu einzudämmen. Plötzlich lagen die Volleys 11:13 zurück. „Wir haben mit den Aufschlägen nicht mehr den gleichen Druck ausgeübt wie zuvor“, erklärte Kromm. „Wenn sie eine Chance haben, können die Bühler schon sehr variabel angreifen.“ Der Rückstand war dann doch nur eine Momentaufnahme. Kmets Blöcke brachten schnell die Wende. Paul Carroll verwandelte, diesmal nach 25 Minuten, den Matchball zum 25:19.

Auswärtssieg als nächstes Ziel

Insgesamt, sagten Kromm und Touzinsky übereinstimmend, habe man „von Bühl mehr erwartet“. Kromm ist sich sicher, der Gegner werde am Mittwoch „eine Schippe drauflegen“. Ob das helfen wird, ist fraglich. „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen und dann Sonntag die Serie zu beenden“, lautet die Vorgabe von Kapitän Touzinsky.