Am Ende gab es mehr als einen Grund zur Freude. An erster Stelle stand bei den BR Volleys natürlich die Genugtuung, das Finale um den deutschen Volleyball-Pokal erreicht zu haben. Seit es 2006 in Halle/Westfalen stattfindet, waren die Berliner stets nur TV-Zuschauer gewesen. Nach dem 3:0 gegen Haching jedoch stand fest: Es heißt Köfferchen packen für das Endspiel am 2. März.

Lange darauf gewartet

So sehr den Berlinern die Reiserei der ersten Saisonphase an die Substanz gegangen ist: Auf diese Fahrt freuen sich alle. „Endlich“, kommentierte Kapitän Scott Touzinsky, „wir haben lange darauf gewartet, einmal in Halle dabei zu sein.“ Felix Fischer frohlockte: „Mal schauen, wie es im Gerry-Weber-Stadion so ist – bisher haben wir ja dort noch nicht spielen dürfen.“

Das Erreichen eines wichtigen Saisonzieles war aber nur ein Aspekt nach dem Erfolg gegen den Bundesliga-Tabellenführer. „Mich hat gefreut, wie gut wir gespielt haben“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Mit kleinen Aufs und Abs, doch immer hoch konzentriert, wenn es um die entscheidenden Punkte ging.

„Unseren Aufschlag und unseren Block“, lobte Trainer Mark Lebedew. Es gab weitere hervorhebenswerte Elemente wie die Annahme, die jedenfalls besser funktionierte als bei den Gästen. Und die Ruhe und Gelassenheit, durch die seine Mannschaft immer die Kontrolle über das Geschehen behielt.

Leidige Terminnot hatte keinen bleibenden Schäden hinterlassen

Ein bisschen sind damit auch die Sorgen vertrieben, dass die leidige Terminnot in der Schmeling-Halle, die den BR Volleys in den ersten elf Pflichtpartien zehn Auswärtsspiele beschert hatte, bleibende Schäden hinterlassen könnte. Zwar hinkt die Mannschaft in der Bundesliga als Vierter tatsächlich den Erwartungen hinterher, doch dort lassen sich Rückstände am ehesten aufholen.

Im Pokal ruft das Endspiel, und in der Champions League, wo am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Schmeling-Halle das Weltklasseteam Diatec Trentino zu Gast ist, wurde jetzt bereits in der Gruppenphase ein Punkt mehr geholt als im Vorjahr.

Trotz aller Brüche in der Vorbereitung, wo mehrfach auf den US-Nationalspieler Kawika Shoji verzichtet werden musste. Wo der einzige Zugang Srecko Lisinac wegen der Junioren-WM in Brasilien seine neuen Kollegen erst kennenlernte, als die Saison schon im Gange war. Jetzt kommt das Team ins Rollen, bevor entscheidender Boden verloren gegangen wäre.

Zuschauerdurchschnitt ist deutlich gesunken

Nun hilft den Volleys sogar, dass Sebastian Kühner für das Nationalteam nominiert wurde. Das Heimspiel gegen den CV Mitteldeutschland, das am 21. Dezember stattfinden sollte, konnte auf Anfang März verlegt und die schnelle Abfolge von Heimpartien etwas entzerrt werden.

Denn eines lässt sich trotz immer noch beachtlicher Zuschauerzahlen nicht wegdiskutieren: Sie sind im Vergleich zur Vorsaison spürbar gesunken. Aber die entscheidenden Spiele kommen ja noch. Wie es aussieht, eine ganze Menge.

diw