Volleyball

Meister BR Volleys kegeln den Pokalsieger aus dem Cup

Berliner mit eindrucksvoller Leistung gegen Haching

Es sind schwere Zeiten für Generali Haching, den Tabellenführer der Volleyball-Bundesliga. Der Hauptsponsor wird zum Saisonende aussteigen bei den Münchner Vorstädtern, die Zukunft der Sportart in der bayerischen Metropole steht auf tönernen Füßen. Selbst die lieb gewordene alljährliche Reise nach Halle an den Rand des Teutoburger Waldes muss diesmal ausfallen. Das allerdings hat keine finanziellen, sondern rein sportliche Gründe. Denn die Hachinger haben gestern im Halbfinale um den deutschen Volleyball-Pokal ihren Meister in den BR Volleys gefunden. Die Berliner gewannen vor knapp 4000 Zuschauern in der Schmeling-Halle überraschend eindeutig mit 3:0 (25:21, 26:24, 25:18). Sie qualifizierten sich damit für das Endspiel am 2. März in Halle/Westfalen. Der Finalgegner wird an diesem Sonntag zwischen VfB Friedrichshafen und TV Bühl ermittelt.

Kromm sorgt für die Entscheidung

„Natürlich Friedrichshafen“, wünschte sich Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand unmittelbar nach dem Spiel, „das ist es doch, was alle sehen wollen.“ Große Erleichterung sprach dagegen aus den Worten von Trainer Mark Lebedew: „Das ist ein toller Tag für uns, das erlebt man nicht alle Tage.“ Schon gar nicht gegen die Hachinger, die zuvor dreimal die Pokalreise der Berliner beendet und insgesamt viermal in den vergangenen fünf Jahren den Cup-Wettbewerb für sich entschieden hatten. Diesmal nicht, und zwar „verdient“, wie Lebedews Kollege Mihai Paduretu kommentierte: „Berlin war einfach besser heute.“

Wie stark der Gegner war, sagt vielleicht eine Zahl: Erst zweimal hat Generali in dieser Saison verloren. Beim Bundesliga-Auftakt in Berlin und nun im Pokal an gleicher Stätte.

Allerdings waren zumindest zwei Durchgänge hart umkämpft. „Da hatten wir schwere Momente zu überstehen“, sagte der slowakische Mittelblocker Tomas Kmet. Die Gastgeber begannen zwar wie die Feuerwehr, führten schnell mit 6:1, sahen sich jedoch wenig später mit 11:15 im Hintertreffen. Aber das Team von Lebedew kämpfte verbissen. Vor allem durch starke Aufschläge und eine sehr gute Blockabwehr drehte sich das Geschehen noch einmal. Bis zum 21:21 lagen die Gäste gleichauf. Dann war eine Aufschlagserie von Kapitän Scott Touzinsky unwiderstehlich. Ähnlich sah es im zweiten Satz aus. Wieder lagen die BR Volleys rasch mit 10:3 vorn, doch die Bayern ließen sich nie abschütteln. Beim Stand von 21:24 wehrten sie drei Satzbälle ab. Erst der vierte, mit Brachialgewalt verwandelt von Robert Kromm, brachte die Entscheidung.

Wohl auch für die gesamte Partie, denn fortan erlahmte der Kampfgeist der Gäste. Der dritte Durchgang war schnell entschieden, die drei letzten Punkte der Volleys resultierten aus Fehlaufschlägen der resignierenden Hachinger. Jetzt werden des Öfteren Kmet, Roko Sikiric und Paul Carroll von ihren Berliner Teamkollegen interviewt werden, denn sie standen als einzige bereits im Pokalfinale in Halle – 2010, damals noch im Generali-Trikot. „Das macht richtig Spaß dort, 10.000 Zuschauer sind dabei. Es wird ein großes Erlebnis. Ich freue mich darauf“, sagte Kmet.

Am liebsten hätte er sicher einen ähnlichen Ausgang wie vor vier Jahren. Damals gewann Haching 3:2. Gegen den VfB Friedrichshafen.