Volleyball

Spiel gegen Lugano als erste Etappe zu einem Endspiel

Die BR Volleys wollen mit einem Sieg über den Schweizer Meister EI Lugano einen großen Schritt Richtung Play-off der Champions League schaffen. Sogar Platz eins in ihrer Gruppe haben sie noch nicht aufgegeben.

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Eigentlich ist die Ausgangssituation für die BR Volleys komfortabel. Nach drei Spielen in ihrer Champions-League-Gruppe D haben sie schon sechs Punkte auf dem Konto, vier mehr als in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt. Und sie haben nur noch Heimauftritte, den ersten an diesem Mittwochabend (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) gegen Energy Investments Lugano.

Überraschung gegen Izmir

Das Erreichen des Play-offs also nur noch eine Formsache? Berlins Kapitän Scott Touzinsky sieht das differenzierter: „Wir müssen alles tun, gegen Lugano drei weitere Punkte zu holen. Gelingt das nicht, haben wir in den folgenden Partien enorm viel Druck.“

Ein leichtes Spiel ist gegen das Schweizer Team allerdings nicht zu erwarten. Zwar hat Lugano als erstes Team aus dem Alpenstaat nur mittels einer Wildcard den Sprung in die europäische Eliteklasse geschafft. Doch der türkische Meister Arkas Izmir wurde gleich mit einem 3:2-Sieg überrascht. Und auch die BR Volleys schienen in Lugano schon auf der Verliererstraße zu sein, als sie im dritten Durchgang bei 1:1-Satzstand mit 14:20 hinten lagen.

Shojis Aufschlagserie brachte die Wende in der Schweiz

Erst eine starke Aufschlagserie von Touzinskys US-Landsmann Kawika Shoji drehte das Match zugunsten der Gäste. „Du darfst ihnen gar nicht erst so eine Chance geben“, ärgert sich der Kapitän noch heute, „wenn sie das Momentum auf ihrer Seite haben, sind sie sehr gefährlich.“

Zumal für einen Kontrahenten wie die Berliner, die zwar mehr Punkte haben als im Dezember 2012, aber noch lange nicht in der Vorjahresform sind. Da waren sie bereits so stark, dass sie sogar den späteren Champions-League-Sieger Lokomotive Nowosibirsk in Berlin mit 3:1 kurzzeitig zum Stehen brachten.

Es ist noch zu früh, schon in Höchstform zu sein

Doch Touzinsky kann dem durchaus Positives abgewinnen. „Jetzt musst du noch nicht deinen Leistungshöhepunkt erreicht haben, sondern erst im März oder April, wenn es um die Meisterschaft geht. Wir haben zwar den Titel gewonnen, aber unsere Bestform hatten wir nicht. Das soll uns nicht noch einmal passieren.“

Zur spielerischen Entwicklung der Mannschaft kommt demnach Lugano gerade recht: sicher schlagbar für die BR Volleys, aber kein Kanonenfutter. Dazu hilft die Unterstützung der Zuschauer, auf die die Berliner wochenlang verzichten mussten, was zu den Gründen für die leichten Rhythmusstörungen zählt. „Wir verlieren nicht oft zu Hause, unsere Fans sind einfach großartig. Wir wollen auch für sie immer gewinnen“, sagt Touzinsky.

Traum vom Endspiel um Platz eins gegen Trento

Insgeheim rechnet der 31-Jährige schon ein bisschen voraus. Gegen Lugano drei Punkte holen, eine Woche später noch einmal gegen Izmir – dann gibt es am 18. Dezember ein Endspiel um Platz eins gegen Italiens Champion Trento: „Das wäre eine tolle Sache.“ Eigentlich eine wunderbare Ausgangssituation.