Volleyball

Müde BR Volleys verlieren Topspiel in Friedrichshafen

Die Volleys haben in Friedrichshafen mit 0:3 wieder eine Niederlage kassiert. Vor allem die ersten beiden Sätze waren hart umkämpft. Die vom vielen Reisen müden Berliner vergaben zu viele Chancen.

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Zwei Sätze lang kämpfte der deutsche Volleyball-Meister erbittert gegen die Niederlage an. Doch am Ende bejubelten 2000 Fans des VfB Friedrichshafen in der ZF Arena nach einem zumindest anfangs hochklassigen Match einen 3:0 (28:26, 29:27, 25:15)-Sieg ihres Teams über die BR Volleys, die in der Bundesliga nun nur noch den fünften Rang belegen. Der VfB kletterte auf den zweiten Platz. „Leider haben wir in ein paar wichtigen Momenten nicht glücklich agiert“, bedauerte Berlins Meistertrainer Mark Lebedew die erfolglose Reise seines Teams an den Bodensee.

Diese Reise ist ja nicht die erste der BR Volleys in den vergangenen Wochen gewesen. Seit dem Bundesliga-Auftakt am 15. Oktober gegen Haching (3:1) hat der Titelverteidiger national und international sieben Auswärtspartien bestritten; drei weitere folgen noch, ehe am 4. Dezember endlich wieder ein Auftritt in der Schmeling-Halle ansteht. Grund dafür ist, dass die Heimstätte wegen anderer Veranstaltungen dem Ankermieter BR Volleys nicht zur Verfügung stand. Ein Ärgernis zunächst unter finanziellen Aspekten, das sich nun aber auch sportlich negativ bemerkbar macht.

Zu viele Chancen vergeben

„Man soll nicht nach Ausreden suchen“, sagt Lebedew zwar. Doch auch er merkt, wie geschlaucht seine Spieler von den vielen Fahrten und Flügen sind. „Die Reisen sind ein Faktor, dass wir nicht hundertprozentig frisch sind“, erklärt Außenangreifer Robert Kromm, in Friedrichshafen mit zehn Punkten zweitbester Berliner neben Paul Carroll (12). Im dritten Satz sei die Mannschaft „mental ein bisschen eingebrochen“. Der 29-Jährige sah aber auch, dass mehr möglich war. In den beiden ersten Durchgängen, die 28 beziehungsweise 31 Minuten dauerten, wurden etliche Satzbälle vergeben. Kromm: „Es ist ärgerlich, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben.“

Lebedew und seine Mannschaft trösten sich damit, dass noch nichts verloren ist. „In der Bundesliga können wir die Siege ja nachholen“, sagt er. Dort kann es bis zum Saisonende noch einige Verschiebungen geben. Wichtiger ist, dass die BR Volleys in der Champions League zwei ihrer drei Begegnungen in der Fremde gewonnen haben und damit ihrem Ziel, die Gruppenphase zu überstehen, schon sehr nahe gekommen sind.

Außerdem haben die Berliner in dieser Saison noch ein anderes großes Ziel: endlich zum ersten Mal das deutsche Pokalfinale in Halle/Westfalen zu erreichen. „Der Pokal ist uns sehr wichtig“, gibt Lebedew die Parole aus. Natürlich werden er und seine Spieler, wenn sie am Montag in der Hauptstadt gelandet sind, nur kurz ihre Reisetaschen leeren und wieder neu packen. Denn am Mittwoch müssen sie beim CV Mitteldeutschland in der Jahrhunderthalle in Spergau antreten. Eine lösbare Aufgabe, die Mitteldeutschen haben gerade gegen Aufsteiger Bottrop verloren. Obwohl sie den Heimvorteil hatten.