Strahlende Gesichter, tanzende Spieler in goldenes Lametta getaucht, das Konfetti-Kanonen auf das Team der Berlin Recycling Volleys regnen lassen. Bilder wie diese wünschen sich bis auf die Gäste vom Bodensee wohl alle, die am Donnerstagabend zum dritten Finale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft in die Berliner Max-Schmeling-Halle (19.30 Uhr) gehen werden.

Die Berliner führen gegen den VfB Friedrichshafen in der Best-of-five-Serie mit 2:0. Gelingt der Mannschaft von Trainer Mark Lebedew der dritte Sieg, ist sie wie in der vergangenen Saison Meister – und dann kann die Party kann beginnen.

Berlin Recycling Volleys noch ohne Pläne für Meisterschaftsfeier

Strahlende Gesichter, sich in den Armen liegende Spieler, Ovationen der Fans wird es sicherlich zu sehen geben, sollte Berlins Volleyballteam seinen ersten Matchball zur Titelverteidigung nutzen – nur mit dem Lametta wird es nichts. „We are the champions“ von Queen wird wohl irgendwo zum Abspielen bereitliegen. Andere Pläne, den möglichen Meister hoch leben zu lassen, gibt es „wirklich nicht“, versichert Manager Kaweh Niroomand.

„Ich bin lange genug im Sport, um zu wissen, dass man erst feiern soll, wenn es etwas zu feiern gibt. Wir denken nicht an das Nachher, sondern nur an das Spiel.“

Volleys-Manager Niroomand warnt vor Friedrichshafen

Eine „gewisse Anspannung“ sei bei allen zu spüren, gesteht Niroomand. Aber das sei auch normal, denn die Chance, im Finale mit drei Siegen in drei Spielen Meister zu werden, gebe es „nicht jeden Tag“. Die Gefahr, sich zu früh zu freuen, sei da, warnt der Volleys-Manager, wissend: „Der VfB hat nichts zu verlieren.“

Lebedew drückt es noch drastischer aus: „Friedrichshafen spielt um Leben und Tod. Ich erwarte einen sehr aggressiven und kampfbereiten Gegner.“

Zumal das Team vom Bodensee, das von 2005 bis 2011 sieben Meisterschaften in Folge gewann, auch in den ersten zwei Finalpartien den Berlinern auf Augenhöhe begegnet ist. In beiden Spielen rangen die BR Volleys den Gegner erst in den Sätzen drei und vier entscheidend nieder. In Spiel zwei am vergangenen Sonntag schien der Friedrichshafener Block bis weit in den zweiten Satz hinein schier unüberwindbar. Ein hausgemachtes Problem, wie Zuspieler Kawika Shoji erklärt: „Friedrichshafen schlug sehr aggressiv auf und wir hatten in der Annahme damit große Probleme. So hatte der Block mehr Zeit, sich auf unsere Angriffe einzustellen.“

Erst mit einer besseren Annahme konnte Shoji seinen beiden Star-Angreifern Robert Kromm und Paul Carroll die Bälle schneller und exakter servieren – und der Friedrichshafener Block kam an seine Grenzen: Kromm machte 19 und Carroll von der Diagonalposition sogar 24 direkte Punkte.

BR Volleys hoffen auf Zuschauer-Rekord

Natürlich wollen die Berliner Volleys am Donnerstag gleich von Beginn an so spielen. Zumal es ganz danach aussieht, als würden mehr Fans kommen als noch zum ersten Finalspiel, bei dem der Klub mit 7683 Zuschauern einen Saisonrekord aufgestellt hatte. „Wir wollen unbedingt mit unseren Fans zusammen Meister werden, das wäre wirklich einzigartig“, sagt Shoji, der im Team so etwas wie „Euphorie“ spürt, und erzählt, dass es „jetzt aber vor allem darum geht, diese Gefühle zu kontrollieren. Wir müssen uns voll und ganz nur auf das Spiel konzentrieren“.

Sollte es den Volleys gelingen, wieder Meister zu werden, wird es trotz aller Beteuerungen, nichts geplant zu haben, dennoch feierlich. Die Liga habe für die Ehrung des Meisters „natürlich ein gewisses Protokoll“, erklärt Matthias Klee, der Leiter der Volleys-Geschäftsstelle.

Vielleicht steht dann doch im Kabinengang ein Karton mit T-Shirts bereit, bedruckt mit: „BR Volleys Deutscher Meister 2013“.