Die Berlin Volleys haben das Tor zu ihrer fünften deutschen Volleyball-Meisterschaft weit aufgestoßen. Der Titelverteidiger gewann am Sonntag das zweite Play-off-Finalspiel bei Rekordmeister VfB Friedrichshafen mit 3:1 (17:25, 25:23, 25:21, 25:20) und führt in der Best-of-Five-Serie mit 2:0. Auch das Auftaktmatch hatten die Volleys vor einer Woche mit 3:1 für sich entschieden und können nun in der dritten Partie am Donnerstag in der Berliner Max-Schmeling-Halle (Beginn 19.30 Uhr) bereits alles klar machen.

„Wir haben zu Hause in dieser Saison noch nicht verloren, wir haben jetzt gute Chancen“, sagte Gäste-Trainer Mark Lebedew, der sich über eine Leistungssteigerung seiner Mannschaft gegenüber der ersten Partie freuen durfte.

„Uns hat wieder die Geduld gefehlt“

Dem VfB droht nach der erneuten Pleite vor 4000 am Ende maßlos enttäuschten Zuschauern in der ZF-Arena die erste titellose Saison seit 15 Jahren sowie unter Trainer Stelian Moculescu. „Uns hat wieder die Geduld gefehlt. Die Chance ist jetzt geringer als vorher, aber warum sollen wir in Berlin nicht gewinnen?“, rettete sich der Coach in Zweckoptimismus. Für das Team vom Bodensee war es saisonübergreifend bereits die siebte Niederlage nacheinander gegen die Berliner. Die Gewichte haben sich in letzter Zeit klar zugunsten der Berliner verschoben, die sich im Finale vor einem Jahr gegen Generali Haching durchgesetzt hatten.

Friedrichshafen spielte im ersten Satz sehr konzentriert und machte deutlich, dass es die Startniederlage in Berlin nicht auf sich sitzen lassen wollte. Der VfB-Nationalspieler Max Günthör zeigte einmal mehr, dass er einer der besten Mittelblocker in Deutschland ist. Der zwölfmalige Titelträger baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und gewann den Satz souverän.

Die Berliner blieben häufig hängen

Auch im zweiten Durchgang taten sich die Berliner zunächst schwer und blieben mit ihren Angriffen häufig am gegnerischen Block hängen. Doch langsam fand die Mannschaft um Robert Kromm besser ins Spiel und fasste durch erfolgreiche Aktionen frischen Mut und neues Selbstbewusstsein. Immer selbstbewusster auftretend verunsicherten die Volleys den VfB, so dass die Gastgeber mehr einfache Fehler machten.

Als die Berliner Mannschaft im vierten Satz schnell mit 10:5 in Führung lag, schien die Gegenwehr der Friedrichshafener endgültig gebrochen zu sein. Aber aus einem 16:8 wurde noch ein 19:15. Es war jedoch das letzte Aufbäumen der Friedrichshafener. Die Volleys traten immer souveräner auf und verpassten dem VfB am Ende sogar eine kleine Lektion. Nach einer Stunde und 42 Minuten durften die Berliner jubeln.

BM