Verfrühte Euphorie kommt noch bei niemandem auf, aber jeder beim Volleyball-Bundesligisten Berlin Recycling Volleys weiß genau, dass der Gewinn der Deutschen Meisterschaft, die Wiederholung des Triumphes aus dem Vorjahr, ganz, ganz nah ist. Auch Trainer Mark Lebedew, absolut nicht verdächtig, große Sprüche zu klopfen, sagt: „Wir haben nun gute Chancen. Ein 2:0 ist ein 2:0 und zu Hause ist zu Hause.“
Nach ihren 3:1-Erfolgen in eigener Halle und in Friedrichshafen führen die Berliner in der Play-off-Finalserie (Modus Best of five) mit 2:0 Siegen – und haben am Donnerstag in der Schmeling-Halle (19.30 Uhr) gegen den VfB Friedrichshafen Matchball. Es ist angerichtet: In eigener Halle, im sogenannten „Volleyballtempel“, haben die Volleys in dieser Saison noch kein Spiel verloren, überhaupt gab es bisher nur eine Niederlage (in Bühl). Die Berliner sind zweifellos das überragende Team dieser Saison, doch es bedarf eben noch dieser einzigen Bestätigung.
„Die werden volles Risiko gehen“
„Friedrichshafen hat nichts zu verlieren, die werden volles Risiko gehen“, sagt Angreifer Robert Kromm, der Star der Volleys, der beim Auswärtserfolg am Sonntagabend zum zehnten Mal in dieser Spielzeit als wertvollster Spieler (MVP) der Partie ausgezeichnet wurde. „Wir werden alles geben müssen.“
Wie schon in Partie eins waren die Berliner auch im zweiten Spiel erst schwer ins Rollen gekommen gegen den Rekordmeister. „Es hat viel Nerven gekostet“, meinte Lebedew vor allem mit Blick auf die beiden ersten Sätze. Den ersten Durchgang verloren die Volleys, im zweiten lag man auch hinten. Doch die Berliner besitzen die Qualität, in brenzligen Situationen den Kopf oben zu behalten und zurückzuschlagen. „Wir sind einfach so Typen in dieser Mannschaft, die nie aufgeben. Das macht den Unterschied“, nennt der 2,12 Meter große Robert Kromm das Berliner Erfolgsgeheimnis.
Nervenstärke und kaum zu erschütterndes Selbstbewusstsein zeichnen Lebedews Mannschaft aus. Der Australier führt einen weiteren Punkt an: „Wir haben die Geduld bewahrt.“ Die Volleys ließen sich von der Hektik nicht anstecken und spielten „im richtigen Moment gut“, wie es der Trainer ausdrückte. Auch das ist eine Qualität, die einen (zukünftigen) Meister ausmacht.





