Volleyball

Felix Fischer ist der Liebling der Fans bei den BR Volleys

Niemand hat einen besseren Draht zu den Fans beim Volleyballmeister BR Volleys als Felix Fischer. Der Nationalspieler ist Ur-Berliner, unkompliziert - und liebt die Kommunikation mit den Zuschauern.

Foto: Britta Pedersen / pA/ZB

Felix Fischer weiß viele Geschichten zu erzählen über den Berliner Volleyball. Wie er als 19-Jähriger vom VC Olympia zum SCC gewechselt war und gleich Deutscher Meister wurde. Wie er einmal im Flugzeug einschlief und bei der Landung dachte: Nanu, das kenn ich doch – weil das Team wegen Schneetreibens an den Ausgangspunkt der Reise zurückgekehrt war. Wie der Verein 2009 von der Sömmering- in die Schmeling-Halle umzog, er beim ersten Spiel die Arena betrat und sich verblüfft fast 8000 Zuschauern gegenübersah. Die ein Höllenspektakel veranstalteten, als der Dauerrivale VfB Friedrichshafen 3:1 besiegt war.

Eine Gänsehaut hat er damals bekommen, und dieses schöne Gefühl beschleicht ihn noch heute oft. So wird es vermutlich am Mittwoch (19.30 Uhr) wieder sein, wenn die BR Volleys den TV Bühl empfangen und mit einem Sieg den Einzug in die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft perfekt machen wollen.

Trainer Lebedew lobt seinen Ehrgeiz und die spielerische Qualität

Er gibt was dafür, dass er dann auch wieder die vielen glücklichen Gesichter der Fans sieht. Etliche kennt er, nach all den Jahren in Berlin. Niemand kommuniziert so gern mit dem Publikum wie Fischer, holt sich Aufmunterung, Trost oder Glückwünsche von ihnen ab. Keinen anderen Spieler haben sie so in ihr Herz geschlossen wie den authentischen Ur-Berliner mit seiner Berliner Schnauze. „Er ist einer von ihnen“, weiß Trainer Mark Lebedew, der ihn aber nicht deshalb als Leistungsträger seiner Mannschaft schätzt. Sondern „seinen Ehrgeiz, seine Emotionen und seine spielerische Qualität“.

Fischer ist Nationalspieler geworden in Berlin, hat sich immer mit dem Verein identifiziert und nur einmal das Weite gesucht, als Paris Volley sich um die Dienste des Mittelblockers bewarb. Es war ein fast verschenktes Jahr, „die acht Monate dort waren eher ein Legionärs-Feeling“, verstehste? Wie gut, dass sie ihn in Berlin nicht vergessen haben und gleich anfragten, ob er nicht zurückkommen wolle. Und ob er wollte. „War ja ne Scheiß-Saison. Ich dachte, warum nicht?“ 2010 war das, und seitdem ist bei den Volleys richtig die Post abgegangen. „Es hat sich in jedem Fall bezahlt gemacht“, sagt Fischer.

„Er ist ein bodenständiger Junge“

„Er ist ein bodenständiger Junge“, sagt Manager Kaweh Niroomand, der die Vertragsgespräche mit dem 30-Jährigen schätzt. Weil Fischer dem Grundsatz folgt: ein Mann, ein Wort, da wird nicht rumgeeiert. „Felix ist geradlinig, dazu ein Gesicht dieser Mannschaft geworden. Sehr wichtig für unsere Zuschauer.“ Der Mann mit dem Stirnband und den so harmlos aussehenden Flatteraufschlägen, die kurioserweise dann doch oft zu Punkten führen, weil beim Gegner die Nerven flattern.

Schmettern kann er auch, aber vorzugsweise nach kurz gestelltem Zuspiel durch die Mitte. „Schnelligkeit ist seine Stärke im Angriff“, lobt Lebedew, „er kommt durch den gegnerischen Block, weil er ihm gar nicht die Zeit gibt zu reagieren.“

Für das Studium bleibt dem Profi keine Zeit

Zeit fehlt ihm jetzt auch manchmal. Fischer kommt wegen der vielen Reisen und des Trainings nicht mehr zu seinen „Nebentätigkeiten“: sich um sein Sport- und Erziehungswissenschafts-Studium an der HU zu kümmern, etwa. Oder wie früher Volleyballkurse an der Grundschule zu geben. Oder als Betreuer bei Jugendreisen zu helfen. Das war „eine schöne Abwechslung, aber anspruchsvoll. Man wird nicht jünger.“

Die Tricks der jungen Leute, die Möglichkeiten auszuloten, hat er zwar alle bald gekannt. „Aber die Kids wollten jeden Abend in die Disko, und da musste ich halt mit.“ Nichts mehr für ihn. Schade, denn Leute mit klarer Ansprache sind bei den Kids beliebt. Und wenn einer dann noch Geschichten erzählen kann...

Der aktuelle Spielplan der BR Volleys