Mark Lebedew weiß schon genau, wie viele Zuschauer dabei sein werden. „1694“, sagt der Trainer des deutschen Volleyball-Meisters BR Volleys, „so viele sind es immer – egal, wie viele es wirklich sind.“ 1694 Plätze bietet die Großsporthalle Bühl offiziell, und dort bestreitet der Titelverteidiger an diesem Sonnabend (20 Uhr) das zweite Spiel der Halbfinalserie nach dem Modus „Best of five“.
Irgendwie wird es trotzdem gelingen, mindestens 2000 lautstarke Fans der Südwestdeutschen unterzubringen, und sie werden einen Höllenlärm veranstalten, um ihr Team anzutreiben. So wie sie es zuletzt am 2. Februar taten, als die Berliner beim TV Bühl mit 2:3 verloren. Es war ihre einzige Niederlage in der Punkterunde. „Aber Angst“, sagt der Australier selbstbewusst, „haben wir deshalb keine.“
Zu eindeutig war die erste Partie vor einer Woche mit 3:0 an den Favoriten gegangen. Der Volleys-Plan ist, die Serie am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) in der Schmeling-Halle erfolgreich abzuschließen. Doch die junge Bühler Mannschaft wird sich nach Kräften wehren im ersten Halbfinale ihrer Vereinsgeschichte vor eigenem Publikum.
Berliner verloren Punktspiel trotz 2:0-Satzführung
„Es wird sehr heiß“, ahnt Lebedew, aber auch seine Spieler haben ja etwas gutzumachen und wissen nur zu gut, dass sie im Februar nach einer 2:0-Satzführung zu nachlässig waren. Manager Kaweh Niroomand fordert den Beweis, „dass der Sieg der Bühler nur eine Eintagsfliege war“.
Auch wenn es offiziell verboten ist: Mit einem Auge schielen die Berliner schon auf den möglichen Finalgegner. Die meisten Prognosen lauteten bis vergangenen Mittwoch, es werde wohl Pokalsieger Generali Haching werden, der sich mit Rekordmeister VfB Friedrichshafen auseinandersetzen muss. Doch dann gewannen die Schwaben das erste Spiel in München 3:1 und haben nun den Heimvorteil auf ihrer Seite.
Seit Ende Oktober zu Hause ungeschlagen
Was zeigt, dass es im Play-off mit den Vorhersagen so eine Sache ist. Und dass man sich besser nicht zu sicher ist – erst recht nicht, wenn der Kontrahent TV Bühl heißt. Denn die wackeren Bühler haben seit Ende Oktober in eigener Halle zuletzt neunmal in Folge gewonnen.
diw/BM





