Volleyball

BR Volleys fordern schnelle Fortschritte in der Bundesliga

Der Deutsche Meister BR Volleys hat dem deutschen Klub-Volleyball mit seinem Umzug in die Schmeling-Halle einen Schub verliehen. Doch den Berlinern geht die Entwicklung der Bundesliga noch nicht schnell genug.

Foto: patrick becher / pA/rtn-radio

An den 2. Februar erinnert sich Mark Lebedew ungern. Gut zwei Monate ist es her, dass die BR Volleys beim TV Bühl mit 2:3 verloren. Es war die in dieser Saison bisher einzige Niederlage des deutschen Volleyball-Meisters in der Liga (DVL). „Das war schon schade“, sagt der Berliner Trainer, „wir wollten eigentlich ungeschlagen bleiben.“ Nun war diese Niederlage lediglich ein Betriebsunfall. Sein Team ist mit 19:1 Siegen durch die Bundesliga marschiert, im Play-off-Viertelfinale gab es ein 2:0 gegen den VC Dresden. Jetzt steht das Play-off-Halbfinale (Modus „Best of five“) auf dem Programm. Und der Gegner heißt – TV Bühl.

Unangenehme Erinnerungen an den TV Bühl

„Da haben wir etwas gutzumachen“, sagt Manager Kaweh Niroomand vor der ersten Partie am Sonnabend (19.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle. Natürlich sind die Volleys gewarnt, nachdem sie in Bühl, am Rande des Schwarzwalds gelegen, schon einmal düpiert wurden. „Wir dürfen nur an Bühl denken, nicht weiter“, fordert Lebedew. Im anderen Halbfinale stehen sich Generali Haching und der VfB Friedrichshafen gegenüber, beide Teams sicher andere Kaliber.

Der TV Bühl soll nur eine Durchgangsstation in Richtung Finale sein. Bei den Spielern nimmt das Kribbeln zu. Robert Kromm spricht vom „Play-off-Feeling“, das jetzt alle erfasst habe. Die Mannschaft rücke noch näher zusammen. „Man erinnert sich daran, wie schön das damals war.“ Damals, als sich die Berliner am 22. April 2012 den Titel im fünften Finalspiel in Haching holten.

Diesmal lief auch die Punkterunde fast perfekt

Anders als in der vergangenen Saison ist diesmal schon in der Punkterunde fast alles perfekt gelaufen in der Liga, und auch in der Champions League schlugen sich die Berliner hervorragend. „Davon haben wir besonders profitiert“, stellt Kromm fest. „Weil man da auch mal seine Grenzen gezeigt bekommt.“ Was jeden auf Dauer weiterbringe.

Der Klub hatte für diese Spielzeit auf Konstanz gesetzt, nur Kromm und Zuspieler Sebastian Kühner waren neu ins Team gekommen. Die Mannschaft war gleich eingespielt, „was für uns von Beginn an ein Vorteil war“, wie Lebedew feststellt. „Selbstbewusst“ sei das Team, berichtet Kromm. Der 2,12 Meter große Außenangreifer sagt aber auch: „Man muss sehen, wie wir reagieren, wenn richtig schwierige Situationen auftreten.“ Denn darin haben die Volleys in dieser Saison wenig Erfahrung.

Niroomand: Wir haben was in Gang gebracht

Niroomand blickt natürlich zuerst auf seine Mannschaft, hat aber auch das große Ganze im Auge. „Es entwickelt sich was“, stellt er mit Blick auf die DVL fest. Längst haben die Berliner eine Lokomotiv-Funktion. Dass es ihm mit der Professionalisierung der Bundesliga nicht schnell genug geht, daraus macht er keinen Hehl. „Wir haben was in Gang gebracht“, sagt Niroomand stolz. Das spektakuläre Zeichen für den Aufbruch in die Zukunft war der Umzug von der altehrwürdigen Sömmeringhalle in die Max-Schmeling-Halle.

Der Lohn für den Mut: 4215 Zuschauer kamen im Schnitt im vergangenen Jahr zu den Heimspielen, in dieser Saison sind es bisher 4311 – und richtige „Knaller-Spiele“, so hoffen die Volleys, kommen ja noch.

Produkt muss rasch weiterentwickelt werden

Realistische Vorgaben wie Hallengröße oder Etatzahlen und ein Konzept zur Zentralvermarktung fordert Niroomand von der Liga-Leitung. Viel zu lange lag das Feld brach, weil erst ein neuer Präsident des Volleyball-Verbandes (DVV) und dann ein neuer DVL-Geschäftsführer gesucht wurden. Jetzt sind Thomas Krohne und Klaus-Peter Jung im Amt. „Nun“, so Niroomand, „gibt es keine Ausreden mehr.“ Dabei ist es nicht nur ein Kampf mit der Liga-Leitung, viele Klubs bremsen massiv. Es ist oft eine Mischung aus nicht können und nicht wollen.

„Wir müssen ein Produkt entwickeln, das man anbieten kann“, fordert Niroomand. Davon könnten alle Klubs über eine Zentralvermarktung profitieren. Auf freiwilliger Basis wird sich nichts Grundlegendes ändern, dessen ist sich der Berliner Manager sicher. „Es helfen nur dirigistische Maßnahmen. Leider muss man die Leute erst unter Druck setzen, sonst geht nichts voran.“

Ziel ist das Final Four der Champions League

Die Volleys muss man nicht drängen, sie setzen sich selbst die höchsten Ziele. „In zwei oder drei Jahren“, so sinniert Niroomand, „sollte die Mannschaft die Klasse haben, dass wir das Final Four der Champions League nach Berlin holen können und dort wettbewerbsfähig sind.“

Der aktuelle Spielplan der BR Volleys