Formel E

Im E-Flitzer mit 270 PS über das Tempelhofer Flugfeld

Die Formel E macht im Mai Station in Berlin. Die Piste entsteht auf dem Tempelhof Flugfeld. Der perfekte Kurs schmiegt sich an das über einen Kilometer lange historische Flughafengebäude an.

Foto: Tim Brakemeier / dpa/Brakemeier

Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, hatte Pech. Ihr Terminkalender ließ es nicht zu mit den Rennfahrern Nick Heidfeld oder Daniel Abt noch einige Demonstrationsrunden auf dem Flugfeld Tempelhof zu drehen.

Doch für den Anlass, das Rennen der Formel E am 23. Mai auf dem traditionsreichen Platz inmitten der Stadt, nahm sich die CDU-Politikerin eine Stunde Zeit.

„Wir leben in einer wachsenden Stadt, einer Stadt die sich bewegt. Dazu gehören selbstredend der öffentliche-, wie der Individualverkehr. Berlin ist der Ort in Deutschland mit der größten Affinität und der größten Zuwendung zu Elektrofahrzeugen. Hier gibt es 130 Projekte und rund 200 Unternehmen, die sich mit dieser Form von Mobilität befassen, und es fahren bereits 1800 E-Mobile auf unseren Straßen“, brach die 54-Jährige auch eine Lanze für das, was die Berliner Motorsportfans am vorletzten Mai-Wochenende erwartet.

In der Premieren-Saison der Formel E werden zehn Rennen ausgetragen. Vier sind bereits absolviert. Neben Berlin sind London, Peking, Buenos Aires, Miami oder auch Moskau Schauplatz des Spektakels. Nicht zuletzt deswegen freut sich Cornelia Yzer auf die Veranstaltung. „Die Formel E ist eine Mischung aus innovativer Technik und grandioser Show. Und sie ist international“, sagte sie und hofft auf einen „Image-Gewinn für Berlin“.

Mit 270 PS und 225 km/h

Hinter der – mit einer gewissen Absicht in Anlehnung an die Formel 1 gewählten – Bezeichnung Formel E verbergen sich 40 Rennwagen, alle 270 PS stark und etwa 225 Kilometer pro Stunde schnell. Jeweils zwanzig sind auf der Piste zu sehen, zur Mitte eines Rennens fahren die Piloten an die Box und wechseln in ihr zweites Auto. „Ein Batteriewechsel würde zu lange dauern“, erklärt Nick Heidfeld, 37.

Die Ernsthaftigkeit und der Stellenwert der neuen Serie dokumentiert sich für den 183-maligen Formel-1-Starter in der Tatsache, „dass sich der Motorsport-Weltverband Fia sofort engagiert hat um bei der Entwicklung einer neuen Technologie mithelfen zu können.“ Die veranschlagten Kosten pro Team und pro Saison sollen drei Millionen Euro nicht überschreiten.

Initiator der Serie ist Alejandro Agag. Der Spanier, vor seinem Engagement im Motorsport Mitglied unter anderem im Europaparlament und Sekretär der Europäischen Volkspartei, beschäftigt sich seit 2012 mit dem Projekt. „Wir haben mit einem weißen Blatt Papier angefangen. Aber fast alles startet mit einem Traum, ehe er zur Realität werden kann. In Berlin bekam ich sofort große Unterstützung“, sagte der 44-Jährige und erklärte dann, was ihn am Auftritt in Berlin ganz besonders fasziniert. „Bei meinem ersten Besuch hatte ich das Gefühl, dass die ganze Stadt vibriert. Dass sie offen ist. Genau das ist die Botschaft, die wir übermitteln wollen. Elektromobilität gehört in Städte, und deswegen fahren wir in Städten. Hier in Tempelhof ergab sich vor einer traumhaften Kulisse die perfekte Chance, den perfekten Kurs für die Fahrer und die Fans aufzubauen.“

17 Kurven als Herausforderung

Der perfekte Kurs schmiegt sich geradezu an das über einen Kilometer lange historische Flughafengebäude an. Auf 2470 Meter verteilen sich 17 Kurven. „Wir werden Tribünen aufbauen, die bis zu 30.000 Zuschauern Platz bieten. Berlin ist in Europa eine der führenden Städte für Innovation und nachhaltige Mobilität, und Deutschland für seine Motorsportleidenschaft bekannt ist. Darum freuen wir uns hier sein zu dürfen“, so Agag.

Die Ticketpreise beginnen bei zehn Euro (Infos über VisitBerlin und www.fia.formulae.com). Neben dem Rennen bekommen die Fans Zugang zum Formel-E-Dorf, wo eine Reihe von weiteren Aktivitäten warten, wie eBike-Vorführungen, interaktive Stände und eine Autogrammstunde mit den Piloten.