Bewerbung

Olympia für Berlin und eine Fanmeile in Tempelhof

Vor der Entscheidung über eine Olympia-Bewerbung Berlins will der Senat die Bürger mit in die Planung einbeziehen. Eine Fanmeile auf dem Tempelhofer Flugfeld soll die Berliner in Sportlaune bringen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Sollte Berlin den Zuschlag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele erhalten, soll es während der Sportveranstaltungen ein Fest auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof geben.

Das regte Sportstaatssekretär Andreas Statzkowski am Dienstag nach der Sitzung des Senates an. „So ein Fest hat es bislang während der Spiele nicht gegeben“, sagte Statzkowski.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erst am 21. März 2015 entscheidet der DOSB darüber, ob er sich mit Berlin oder Hamburg für die Austragung der Spiele im Jahr 2024 oder 2028 bewirbt. Bis dahin gilt es für den Senat, die Stimmung in der Hauptstadt weiter zu verbessern.

Zwar besteht in Berlin derzeit eine knappe Mehrheit für Olympia, darauf will es das Land aber bei einer Volksabstimmung nicht allein ankommen lassen. „Mit der Erfahrung und Kompetenz in der Ausrichtung sportlicher Großveranstaltungen und mit der vorhandenen Infrastruktur verfügt Berlin über ideale Voraussetzungen, Olympische Spiele auszutragen“, sagte der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning.

Weitere Internetplattform geplant

Bevor es voraussichtlich im Sommer zu einer Art Volksentscheid über die Austragung kommt, initiiert der Senat eine Reihe von Gesprächsangeboten, um sich an der Planung Olympischer Spiele zu beteiligen. So soll es ab Februar 2015 Foren geben, bei denen sich alle Berliner mit ihren Anregungen, Kritik und Wünschen einbringen können.

Gleichzeitig sollen an den möglichen Standorten der olympischen Sportstätten Anwohnergespräche stattfinden. Hier sollen die Bedürfnisse der Bürger berücksichtigt werden. Schließlich startet der Senat auch eine weitere Internetplattform, auf der das Für und Wider einer Austragung diskutiert werden könne. „Die Spiele sollen partizipativ und transparent geplant werden“, sagte Böhning. Zu den Diskussionsveranstaltungen seien auch Skeptiker der Olympia-Idee willkommen.

Sportforum soll ausgebaut werden

Das im August vorgelegte Sportstättenkonzept, das dezentrale Spiele in fast der ganzen Stadt vorsieht, wird nach Angaben Statzkowskis laufend weiter entwickelt. So werde derzeit geprüft, einige geplante Sportstätten aufzugeben und in größere Anlagen zu integrieren.

Wegen der hohen Sicherheitsanforderungen an die Sportstätten explodieren die Kosten, wenn die olympischen Wettkämpfe an vielen verschiedenen Orten stattfinden. So steht derzeit der Standort Karlshorst zur Disposition. Hier sollten ursprünglich Schießwettbewerbe stattfinden, derzeit wird nach Angaben des Senats aber nach einer Alternative gesucht.

Im Zentrum des Berliner Konzepts stehen die Sportanlagen im Olympischen Park samt Olympiastadion, der Ludwig-Jahn-Sportpark in Mitte und das Sportforum Hohenschönhausen. „Das Sportforum ist bereits das Zentrum für Leistungssport in Deutschland“, sagte Statzkowski. Etwas Vergleichbares gebe es nicht.

Gerade hier sei ein Ausbau geplant, da die Anlage zwischen den Bezirken Pankow und Lichtenberg liege – den beiden Bezirken, die derzeit am stärksten wachsen. Daher sei es sinnvoll, hier weitere Hallen zu bauen, die nach Olympia dann dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stünden. Als vierter großer Standort ist das Gelände des Flughafens Tegel geplant. Nach derzeitigem Stand sollen hier das olympische Dorf und einige Sportanlagen entstehen.

An diesem Mittwoch stellen der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Sportsenator Frank Henkel (CDU) und der Präsident des Landessportbundes (LSB), Klaus Böger, im Roten Rathaus prominente Unterstützer der Berliner Bewerbung vor.

Wer das ist, darüber hüllte sich der Senat bis zuletzt in Schweigen. Es soll sich dabei um Vertreter aus dem Sport, der Wirtschaft und der Kultur handeln. Außerdem wird im Sitz des Regierenden Bürgermeisters die „Berliner Charta für Olympische und Paralympische Spiele“ präsentiert. Darin sind die Grundsätze zusammengefasst, unter denen die Spiele in Berlin organisiert werden sollen. „Wer grundsätzlich gegen Olympia ist, den wird der Senat allerdings auch nicht umstimmen“, so Böhning.