Leichtathletik

Warum die Erststimme an Robert Harting gehen soll

Eine Werbeaktion für das Internationale Stadionfest Istaf zeigt deutliche Parallelen zur Bundestagswahl. Der Berliner Diskusstar Harting bereitet sich momentan auf die Weltmeisterschaft in Moskau vor.

Foto: Eberhard Thonfeld / Istaf/camera 4

Es dauert zwar noch 50 Tage, bis am 22. September die Bundestagswahl stattfindet. In Berlin sind jedoch an manchen Stellen schon – viel zu früh – Wahlplakate zu sehen. Die ersten Parteien bemühen sich, ihre Botschaften unters Volk zu bringen. Ob schwarz, rot, grün, gelb oder unter Piraten-Flagge, alle versuchen sich mit Parolen, die oft mehr oder weniger nichtssagend sind.

36.000 Menschen haben allerdings bereits gewählt, wobei man bei dieser Abstimmung nicht volljährig sein musste. Sie haben sich für das 72. Internationale Stadionfest (Istaf) entschieden. Besser: Sie haben sich Karten für das Leichtathletik-Meeting im Olympiastadion am 1. September besorgt und konnten zwischen fünf Preiskategorien wählen. Für sie ist das Treffen der Leichtathletik-Elite sozusagen erste Wahl.

Die Veranstalter haben den Bogen gespannt zwischen der Bundestagswahl und ihrem Event der Läufer, Werfer und Springer. Wie ein Vollblut-Politiker klebte der Berliner Diskus-Weltmeister und -Olympiasieger Robert Harting am Freitag ein Wahlplakat der etwas anderen Art, das ihn staatsmännisch in feinem Zwirn zeigt. Unter dem Motto „So wählt Berlin“ werden ganz neue Alternativen aufgezeigt. Die Erststimme solle an Robert Harting vergeben werden, die Zweitstimme ans Istaf. Das Wahllokal ist auch klar: Olympiastadion Berlin.

Freundin und Bruder sind in Moskau ebenfalls am Start

Eine Koalitionsaussage gibt es bei dieser Richtungswahl nicht, auch keine Steuergeschenke. Nur das Versprechen, möglichst viele Weltmeister der Titelkämpfe in Moskau (10. bis 18. August 2013) sowie alle deutschen Medaillengewinner der WM im Stadion zu präsentieren.

Für den 28-jährigen Harting steht gerade im Leistungszentrum Kienbaum der Feinschliff – nein, nicht für die Wahl – für die WM an. Er will den Titel erfolgreich verteidigen, den er 2009 in Berlin und 2011 in Daegu/Korea gewonnen hat. Dabei kann er sich großer Unterstützung sicher sein. Sowohl seine Freundin Julia Fischer als auch sein fünf Jahre jüngerer Bruder Christoph sind in Moskau ebenfalls im Diskuswurf am Start.

Am 12. August 2013 (Montag) beginnt um 7.40 Uhr (MESZ) die Qualifikation, das Finale steht tags darauf um 17 Uhr auf dem Programm. Dann hat Robert Harting keine andere Wahl – er muss alles zeigen, was er draufhat. Eines steht fest: Auch als erneuter Weltmeister wird Robert Harting nicht für den Bundestag kandidieren. Noch nicht?