Leichtathletik

Robert Harting führt deutsches Aufgebot für die WM an

Der Berliner Diskusstar hat beste Aussichten bei den Leichtathletik-Titelkämpfen in Moskau. Obwohl er die Norm nicht geschafft hat, hofft auch sein Bruder Christoph auf ein WM-Ticket.

Foto: Julia Rahn / picture alliance / Pressefoto Ba

Robert Harting geht vorne weg. Mit dem zweimaligen Diskus-Weltmeister (2009, 2011) und -Olympiasieger (2012) aus Berlin an der Spitze wird der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei den Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 18. August) an den Start gehen. Der starke Mann vom SC Charlottenburg ist dabei ein ganz heißer Kandidat auf eine Medaille. Am liebsten natürlich in Gold. „Wenn du zweimal Weltmeister warst, willst du nichts anderes mehr“, sagt der 28-Jährige.

Harting steht im 55-köpfigen (29 Männer und 26 Frauen) Aufgebot, das der DLV gestern nach der ersten Nominierungsrunde bekannt gab. Wobei neben dem Diskusstar auch seine Freundin Julia Fischer (ebenfalls Diskuswurf) dabei ist.

A-Norm steht bei 66,00 Metern

Nicht berücksichtigt wurde bisher der Dritte im Bunde aus der Trainingsgruppe von Werner Goldmann, Robert Hartings Bruder Christoph. Der 23-Jährige hat bislang mit 64,99 Metern lediglich die B-Norm (63,50 m) geschafft.

Bisher hat der DLV nur Sportler nominiert, die die A-Norm erreicht haben. Im Diskuswerfen steht diese beispielsweise bei 66,00 Metern. Es wird allerdings noch eine weitere Nominierungsrunde am 29. Juli geben. Bis dahin kann man noch eine A-Norm nachreichen, es werden dann aber auch Sportler das WM-Ticket bekommen, die bis dahin lediglich die B-Norm erreicht haben.

Athleten mit Perspektive sollen eine Chance bekommen

Verbands-Cheftrainer Idriss Gonschinska erklärt: „In der mittelfristigen Orientierung auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 wollen wir junge Athleten in das DLV-Team integrieren, um ihnen internationale Wettkampfkompetenz und Erfahrungen mit den besten Nationen der Welt zu vermitteln.“ Das könnte zum Beispiel auf Christoph Harting zutreffen. Sein Bruder macht sich für ihn stark: „Für die Perspektive wäre das sicher nicht schlecht.“

Außer Robert Harting und Julia Fischer wurden in der ersten Runde keine weiteren Berliner fest nominiert. Gute Chancen hat allerdings noch Sprinter Lucas Jakubczyk (SCC), der in den vergangenen Wochen wegen einer Oberschenkelverletzung keine Wettkämpfe bestreiten konnte. Er muss bis zum 2. August (an diesem Tag findet in Weinheim ein Meeting statt) einen Leistungsnachweis erbringen, um in der 4x100-m-Staffel starten zu dürfen, mit der er 2012 EM-Zweiter wurde.

Auch die Berliner Kessler und Schlangen hoffen noch

Maximilian Kessler (SCC) kann sich in einem Ausscheidungsrennen in Weinheim auch noch einen Platz im sechsköpfigen Staffel-Kader sichern.

Carsten Schlangen (LG Nord) hat die B-Norm über 1500 m locker geschafft, die A-Norm nur um sieben Hundertstelsekunden verpasst.