Am Sand wird es schon mal nicht liegen, sollte der Plan misslingen. „Die Bedingungen sind wie in Polen“, sagt Kay Matysik, und er klingt ganz zufrieden dabei. Dort, genauer in Stare Jablonki, haben er und sein Partner Jonathan Erdmann Anfang Juli bei der Weltmeisterschaft das beste Beachvolleyball-Turnier ihrer Karriere gespielt und sind dafür mit Bronze belohnt worden.

An diesem Dienstag beginnt für die beiden Berliner die EM in Klagenfurt. Dort ist der Sand ebenfalls hart, etwas härter sogar als in Masuren; weil sie zu den athletischen Duos zählen, kommt ihnen dieser Untergrund entgegen. Deshalb macht Matysik auch gar keine Umwege bei der Beschreibung des Planes: „Wenn wir auf den Platz bringen, was wir trainiert haben, dann streben wir eine Medaille an.“

Zu den Favoriten zählen sie in jedem Fall, sind in der Steiermark an Position vier gesetzt. Insgesamt haben sie gute Wochen hinter sich, sportlich wie in gestiegener Popularität. Zuletzt gewannen Erdmann/Matysik den deutschen Supercup in Binz. „Dort haben wir die Veränderung gespürt, es war viel mehr Aufmerksamkeit da“, berichtet der 33-jährige Matysik. Der neue Erfolg und die Erkenntnis, dass es nach dem Karriereende von Jonas Reckermann, mit Julius Brink Olympiasieger in London, eine Zukunft im deutschen Beachvolleyball der Männer gibt, machen sich bezahlt.

Nicht nur in Form vermehrter Interviewanfragen, auch finanziell. So unterschrieb das Duo kurz vor der Europameisterschaft einen Sponsorvertrag mit dem Brothersteller „Eat the Ball“. „Das hilft uns“, sagt Matysik. Es hilft, den sechsstelligen Betrag zu stemmen, den sie für Reise- und Unterbringungskosten sowie ihre Trainer-Crew als Jahresetat aufgestellt haben.

Größte Konkurrenz aus Holland

Zugunsten von Binz verzichteten sie auf einen Start beim World-Tour-Turnier in Kalifornien. Das sparte Geld und Kraft. „Wir haben jetzt weder Jetlag noch müde Beine. Wir fühlen uns bereit für die EM“, sagt Matysik. Bereit für das nächste internationale Reifezeugnis. Doch harter Sand oder nicht: Leicht wird es keineswegs. Die größte Konkurrenz erwarten die beiden in den niederländischen Teams Brouwer/Meeuwsen und Nummerdor/Schuil, den Spaniern Gavira/Herrera sowie Sebastian Drolliger und Stefan Windscheif aus Hamburg.

Gute Chancen hat zudem das Berliner Frauen-Duo Katrin Holtwick/Ilka Semmler, das zuletzt mit Rang drei in Long Beach überzeugte, bei der WM aber früh gescheitert war. „Deutschland kann auf jeden Fall ein Wort mitreden, da bin ich mir sicher“, sagt Holtwick mutig. Am meisten Gegenwehr ist hier von einem Hamburger Team zu erwarten: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst wurden WM-Fünfte. Auch sie fühlen sich auf hartem Sand besonders wohl.

diw