Liegt es nun an der Uhrzeit oder an den Bezirken, durch die die Wettkampfstrecke verläuft? Oder daran, dass es sich beim Ironman 70.3 Berlin um den ersten City-Triathlon über diese Distanz in der Hauptstadt handelt? Ein Zuschauermagnet ist der Wettkampf noch nicht. Lediglich beim Start an der Elsenbrücke in Friedrichshain werden einige Hundert Zuschauer auf der Brücke und am Ufer der Spree gezählt. Dort beginnt um 8 Uhr das Schwimmen über die 1,9 Kilometer lange Distanz. Und wer an der Strecke steht, kennt in den meisten Fällen einen der Athleten im Wasser. Viele Zuschauer begleiten Freunde und Familienmitglieder. Athleten aus aller Welt versammeln sich ab 7 Uhr früh.

„Ich habe meinen Freund und sein Rad hierher gebracht“, sagt Kirsten Lanz. „Nach dem Start versuche ich, mit dem Wagen in Richtung Flughafen Tempelhof zu kommen.“ Mit lauter Musik und viel Beifall werden die Athleten ins Rennen geschickt. Nach dem Schwimmen geht es für die Sportler auf dem Rad in die nahezu zuschauerfreie Zone. „Als ich früh um 5 Uhr die Strecke abgefahren bin, waren mehr Menschen auf der Straße als um 10 Uhr“, erzählt ein Streckenposten. „Das waren wahrscheinlich noch die Nachtschwärmer.“ Am Mehringdamm Ecke Platz der Luftbrücke stehen kurz nach 10 Uhr acht Personen und beobachten das Radrennen. Wenige Stunden später werden es dann doch mehr. Damit steigt die Stimmung.

Athlethen brauchen mehr Unterstützung

„Die Athleten hätten bei dieser Leistung wirklich mehr lautstarke Unterstützung verdient“, sagt Jörg Sanders. Die gibt es im Zielbereich auf dem Tempelhofer Feld. Alle Athleten müssen mehrmals auf dem Rad und zu Fuß den Zielbogen passieren. Dort werden sie mit Klatschpappen, Rasseln, Trillerpfeifen und Sprechchören angefeuert. „Wir waren an der Strecke unterwegs, sind jetzt aber extra zum Ziel gekommen“, sagen Bernd und Rosie Zillert. Beide sind mit dem Rad unterwegs, ihre Trikots verraten die Teilnahme am Velothon am Sonntag vor einer Woche. Für sie wäre der Triathlon keine Option. „ Aber wir ziehen den Hut vor dieser Leistung.“

Beim Veranstalter SCC Events denkt man bereits über den Ironman 70.3 Berlin im kommenden Jahr nach. „Im Rahmen dessen, was mit dieser Kompromissstrecke möglich war, sind wir mit der Zuschauerteilnahme zufrieden“, sagt Geschäftsführer Jürgen Lock. Trotz vieler Gespräche mit den Behörden und mehreren Vorschlägen habe man nicht die Genehmigungen für eine andere Strecke für das Radrennen erhalten. „Im kommenden Jahr möchten wir, dass die Radstrecke durch die City West Richtung Grunewald und zurück zum Flughafen führt“, sagt Lock. „Möglichst zwei bis drei Runden durch die Innenstadt vorbei an Sehenswürdigkeiten. Das muss in Berlin machbar sein, bei der Internationalität dieser Wettkampfserie.“