Sportevent

Michael Raelert gibt erstes Heimspiel beim Berliner Ironman

Berlin feiert am Sonntag die Premiere des Triathlons „Ironman 70.3“, der zu einem Aushängeschild der Stadt werden soll. Triathlon-Star Raelert hatte noch nie eine kürzere Anfahrt zu einem Wettkampf.

Foto: Bruce Omori / PA/dpa

Der Berlin Marathon ist längst eine weltbekannte Marke, beim Velothon testeten jüngst Deutschlands beste Sprinter André Greipel und Marcel Kittel ihre Form für die 100. Tour de France (Start: 29. Juni 2013).

Am Sonntag feiert Berlin nun die Premiere des Triathlons „Ironman 70.3“, der zu einem weiteren Aushängeschild der Stadt werden soll. Die erste Gruppe startet um 8 Uhr am Spreeufer an der Elsenbrücke.

Es werden 1,9 km geschwommen, 90 km mit dem Rad zurückgelegt und abschließend 21,1 km gelaufen. Rechnet man die Gesamtkilometer in Meilen um, kommt dabei die namensgebende 70.3 heraus.

Formel-1-Pilot am Start

Den absoluten Superstar der Berliner Premiere bringen nur wenige mit dem Triathlon in Verbindung. Es ist Formel-1-Pilot Jenson Button (33), der eine Woche nach dem Grand Prix von Kanada zu einer neuen Bestzeit schwimmen, radeln und laufen will. Ende März kam der Weltmeister von 2009 bei einem 70.3 in Oceanside (USA) nach 4:29 Stunden ins Ziel.

Auch wenn der McLaren-Pilot tatsächlich eine erneute persönliche Bestmarke setzen sollte, werden die, die sich wie Michael Raelert ausschließlich dem Drei-Disziplinen-Kampf verschrieben haben, schon in der Regenerationsphase sein. Raelert ist ein Jahr jünger als Button, war 2009 und 2010 Welt- sowie 2010 und 2012 Europameister und hält mit 3:34:04 Stunden seit 2009 die Weltbestzeit über diese Distanz.

„Ich bin nervös“, gesteht der Triathlon-Star, „denn es ist zum einen mein erster Wettkampf in dieser Saison.“ Zum anderen habe er noch nie eine kürzere Anfahrt zu einem Wettkampf gehabt.

Denn Raelert hat ein Heimspiel. Im Oktober 2012 zog er der Liebe wegen zu seiner Freundin Mona nach Berlin. „Ich bin noch nicht ganz angekommen“, erzählt der aktuelle Europameister nach seinem Umzug von Rostock ans Roseneck. „Die Trainingsbedingungen sind aber sehr gut“, sagt er und erzählt, dass er die Strecke von der Haustür in den Wald mit 460 Metern genauestens vermessen habe. Und unter dem Strich sei Berlin schon „geil, auch wenn ich von A nach B jetzt immer etwas länger brauche“.

Strecke mit Flair

„Mit Berlin verbindet man ja immer das Brandenburger Tor und so weiter, daher war ich anfangs von der Streckenführung ein wenig enttäuscht“, gesteht Raelert. Jetzt aber, da er die Radstrecke vom ehemaligen Osthafen zum Tempelhofer Feld besichtigt hat, wo ein Großteil der Rad- und dann auch Lauf-Kilometer zurückgelegt werden, findet er: „Die Strecke hat Flair, ich bin positiv überrascht und freue mich drauf.“

Die Freude seitens Christian Prochnow (29) aus Potsdam steht der Raelerts in nichts nach. Die Voraussetzungen beider sind aber grundverschieden. Während der 70.3-Welt- und Europameister den Hawaii Ironman, der über die doppelte Distanz gehen wird, als großes Ziel vor Augen hat, nimmt Prochnow schon in Berlin die „nächste Stufe“ in Angriff. Der Potsdamer ist nämlich eher auf der Olympischen Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) zu Hause, belegte bei den Spielen in Peking einen beachtlichen 15. Platz.

Was beide und wohl auch Button freuen wird: Sie werden weder übermäßig frieren noch schwitzen. Die Lufttemperatur ist mit 23 Grad vorhergesagt und die des Wassers wird 19 Grad betragen. Zudem ist die Wasserqualität der Spree amtlicherseits als gut befunden worden. Für die Berliner 70.3-Premiere ist also alles gerichtet.